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| 14:13 Uhr

Stadtgeschichte
Lesungen zu Günter Peters machen Geschichte lebendig

Elke Roschmann und Ursula Philipp erinnerten im Lesecafé im Schlossaal an die Jugendzeit des Kunstmalers Günter Peters. Die Lesung wurde übrigens wegen des großen Interesses zweimal hintereinander durchgeführt.
Elke Roschmann und Ursula Philipp erinnerten im Lesecafé im Schlossaal an die Jugendzeit des Kunstmalers Günter Peters. Die Lesung wurde übrigens wegen des großen Interesses zweimal hintereinander durchgeführt. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Der Künstler, Museums- und Tiergartenleiter hat die Stadt mit geprägt.

Im Jahr des 750. Stadtjubiläums wird in Hoyerswerda an Persönlichkeiten erinnert, die die Stadt über Jahrzehnte mitgestaltet haben. Dazu gehört unbedingt der 1907 hier geborene Günter Peplowsky, der später als Kunstmaler Günter Peters Hoyerswerda in vielen Bildern festgehalten hat.

Das von der Gesellschaft für Heimatkunde Hoyerswerda-Museumsverein veranstaltete Lesecafè im Schloss beleuchtete Günter Peters Jugendzeit. Er hatte auf Bitte von Museumsmitarbeitern 1981 Erinnerungen an „sein“ Hoyerswerda aufgeschrieben, erklärt Museumsleiterin Elke Roschmann, die diese mit Ursula Philipp von der Gesellschaft für Heimatkunde vorlas. In der Stadt wohnten 1914 etwa 6500 Einwohner und es gab 30 Gaststätten sowie Ausschankwirtschaften. Die Besucher sahen Fotos von Günter Peters, Aufnahmen der Altstadt und hörten Grammofonmusik.

Peters beschrieb humorvoll eine idyllische Kleinstadt mit Hotels wie „Zum Schwarzen Bär“ am Markt, das eine Ausspanne für Pferde hatte. Pferde waren damals notwendig, weil es noch kaum Autos gab und der Zug von Hoyerswerda aus nicht alle Reiseziele einfach und schnell erreichte. „Das ist wie heute“, ergänzte Elke Roschmann und las vor, wie eine Reise nach Berlin ablief. Wer dorthin wollte, musste mit der Kutsche bis Spremberg fahren und stieg erst dort in die Bahn.

Unter den meist älteren Gästen saßen Menschen, die einfach Neues aus der Geschichte ihrer Stadt hören wollten und solche, die Günter Peters gekannt hatten. Ingrid Hassemeier erzählte, dass sie in den 1950er-Jahren im Korbmacherladen Peplowsky eingekauft hat. Der ehemalige Tuberkulose-Arzt für den Kreis Hoyerswerda, Medizinalrat Heinz-Dieter Tempel, war langjährig mit Günter Peters befreundet. Er beschrieb ihn als gütigen Menschen, der seine Anliegen beim Rat des Kreises aber auch selbstbewusst vertreten hat. Tempel nannte Günter Peters „einen Glücksfall für Hoyerswerda“, weil er von 1952 bis 1975 das Museum geleitet hat und 1959 die Schaffung des Tiergartens initiiert, dem er bis zur Rente 1975 ebenfalls vorstand.

(dcz)