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| 02:50 Uhr

Lessing und die Reformation in der Oberlausitz

Unter den Augen von Gotthold Ephraim Lessing versammelten sich der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz, Preisträger Kurt Drawert, Förderpreisträgerin Anna Kaleri, Staatssekretär Uwe Gaul aus dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie der Förderpreisträger Thomas Freyer (v.l.n.r.) zum Gruppenbild.
Unter den Augen von Gotthold Ephraim Lessing versammelten sich der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz, Preisträger Kurt Drawert, Förderpreisträgerin Anna Kaleri, Staatssekretär Uwe Gaul aus dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie der Förderpreisträger Thomas Freyer (v.l.n.r.) zum Gruppenbild. FOTO: Hoffmann/ rhf1
Kamenz. Der in Dresden aufgewachsene Dichter, Dramatiker, Erzähler und Essayist Kurt Drawert ist am Wochenende mit dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen geehrt worden. Mit der offiziellen Preisverleihung sind nun auch die diesjährigen 51. Kamenzer Lessing-Tage eröffnet. Reinhard Hoffmann / rhf1

Der Preis wird seit 1993 alle zwei Jahre vergeben und knüpft an den von 1955 bis 1989 vergebenen Lessing-Preis der DDR an. 2017 würdigen die Kamenzer mit 15 Veranstaltungen den großen Sohn ihrer Stadt Gotthold Ephraim Lessing, der hier von 1729 bis 1741 lebte und lernte. Die Bürger seiner Geburtsstadt bewahren und pflegen sein Erbe, wie es kaum sonst irgendwo an Orten geschieht, an denen er wirkte. In der Lessingstadt Kamenz sind die Leihbibliothek mit ihrer 350-jährigen Geschichte, die Traditionen der mehr als 100 Jahre alten Lessingschule, das 1934 gegründete Museum, ein deutschlandweiter Schüler-Schreib-Wettbewerb, der Geschichtsverein und der Kamenzer Klub mit dem Leben und Wirken des großen deutschen Dichters und Aufklärers verbunden.

Zu den 51. Kamenzer Lessing-Tagen, die traditionell kurz vor Lessings Geburtstag am 22. Januar starten, finden diesmal bis zum 3. März insgesamt 15 Veranstaltungen - Lesungen, Theateraufführungen und Gesprächsrunden - statt, die im Jubiläumsjahr der Reformation schwerpunktmäßig das Verhältnis von Aufklärung und Reformation und insbesondere die 500-jährigen Geschichte der Reformation in der Oberlausitz beleuchten werden.

Zur Preisverleihung im Rathaus der Stadt gab es am vergangenen Sonnabend viele Ansprachen, die genau auf dieses Thema "Lessing & Luther" verwiesen. Der diesjährige Lessing-Preis 2017 wurde an den in Dresden aufgewachsenen Kurt Drawert übergeben, der heute in Darmstadt lebt. Zwei Förderpreise gingen zugleich an Anna Kaleri aus Leipzig und Thomas Freyer aus Berlin.

So unterschiedlich wie die Preisträger, so unterschiedlich waren auch die Worte der Laudatoren und der Geehrten an die Gäste. Lessing und auch Luther wären bestimmt gern in diese Diskussion eingetreten. Akademisch fiel die Laudatio für den mit 13 000 Euro dotierten Lessing-Preisträger aus, die von Dr. Peter Geist gehalten wurde. Jeweils mit 5500 Euro dotiert sind die beiden Förderpreise, die an die Leipziger Autorin und Journalistin Anna Kaleri und an den Schriftsteller Thomas Freyer Erfrischend kamen Jugend und Reife der beiden Förderpreisträger rüber. Anna Kaleri erhielt den Preis unter anderem auch für ihre Initiative "Literatur statt Brandsätze", bei der verschiedene Autoren ehrenamtlich an verschiedenen Orten in Sachsen lasen. Thomas Freyer hat auf einigen Theaterbühnen gearbeitet. Sein Stück "Dynaaamo" spricht nicht nur die Dresdener Szene an.

Unter dem Titel "Lessing Zeilenweise" wird auch in diesem Jahr wieder ein Schüler-Schreib-Wettbewerb ausgerufen. Die besten Werke und die Preisträger werden am 28. April im Rahmen einer Auszeichnungsveranstaltung vorgestellt und geehrt.

Zum Thema:
25. Januar, 19 Uhr, Lessing-Museum Kamenz/Röhrmeisterhaus: "Luther im Spiegel", Lesung mit Dr. Friedrich Dieckmann 29. Januar, 15 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus: Zu Gast bei der Lutherin: Die Kochkunst des "Herrn Käthe"; Lese-Café mit Regina Röhner 2. Februar, 19 Uhr, Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus: "Als unser Deutsch erfunden wurde - Reise in die Lutherzeit", Lesung mit Bruno Preisendörfer Kartenreservierungen unter Tel. 03578 / 379-111