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| 18:36 Uhr

Verabschiedung
Dietrich Matthes übergibt Schulschlüssel an seine Sekretärin

Abschied nehmen fällt schwer: Dietrich Matthes (64) verabschiedet sich in den Ruhestand und übergibt den Schlüssel für die Schule an seine Sekretärin Heidrun Bonesky.
Abschied nehmen fällt schwer: Dietrich Matthes (64) verabschiedet sich in den Ruhestand und übergibt den Schlüssel für die Schule an seine Sekretärin Heidrun Bonesky. FOTO: Anja Guhlan
Lauta. Der Leiter der Oberschule Lauta verabschiedet sich in den Ruhestand. 58 Jahre seines Lebens verbrachte er mit ihr. Am schönsten fand er den direkten Kontakt zu den Schülern. Von Anja Guhlan

Vor vier Jahren sagte Dietrich Matthes noch, dass sein 60. Geburtstag kein Grund zum Runterschalten ist. Nun geht es irgendwie doch von 100 auf Null. Denn der langjährige Schulleiter der Oberschule Lauta verabschiedet sich in den Ruhestand. Von seinen aktuell 64 Jahren verbrachte er mit kurzer Unterbrechung immerhin 58 an dieser Einrichtung. Beginnend 1960 als Erstklässler, später im Praktikum als angehender Lehrer, ab 1975 dann als Lehrer für Mathematik und Physik sowie seit 1990 als Schulleiter. „Ich bin unheimlich dankbar für diese Zeit. Es ist ein Geschenk, dass ich hier all die Jahre sein durfte“, sagt Dietrich Matthes.

Nun ist es jedoch an der Zeit, Abschied zu nehmen. Seine persönlichen Sachen sind bereits aus dem Schulleiter-Büro verschwunden, die offizielle und sehr bewegende Verabschiedung von den Schülern und dem Lehrerkollegium liegt auch hinter ihm. Der letzte Akt ist die Schlüsselübergabe an seine Sekretärin Heidrun Bonesky.

„Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt Matthes. Der Lehrerberuf wird ihm am meisten fehlen. „Im Klassenraum stand ich immer am allerliebsten. Der Unterricht und der direkte Kontakt mit den Schülern haben mir immer besonders gefallen“, erklärt er. Weniger fehlen werden ihm die Verwaltungsarbeit und die Bürokratie, die sein Leiter-Posten mit sich brachte. „Ein Schulleiter wird heute immer mehr zum Manager, denn die Verwaltungsarbeit nimmt zu“, schätzt er ein.

Besonders an die große Schulsanierung zwischen den Jahren 2004 und 2006 wird sich der Lehrer lange erinnern. „Es war zwar eine harte Zeit, aber die richtige Entscheidung“, sagt er. Damals, als die Oberschule saniert wurde, zog er mit den Schülern vorübergehend ins Schulgebäude nach Laubusch. Dort leitete er die Einrichtung, wollte aber auch den Sanierungsstand an der Oberschule eifrig mitverfolgen. „Zu dieser Zeit hat mich meine Frau kaum gesehen.“

Die Oberschule Lauta glänzt seit der Sanierung und Erweiterung immer noch. Matthes hat ihr weiterhin dazu verholfen, ein gutes Ganztagsschul-Konzept aufzustellen und auch die Projektarbeiten hat er gefördert. „Aber ohne ein gutes und vertrauensvolles Miteinander mit allen Kollegen und Schülern wäre das alles nicht möglich gewesen“, würdigt Matthes. Er spricht immer noch gerne in der „Wir“-Form, denn anders funktioniert solch ein Schulbetrieb nicht.

Einem neuen Schulleiter konnte Dietrich Matthes bisher noch nicht die Schlüssel in die Hände geben. Erst einmal werde seine Stellvertreterin Gabriele Mager die Verantwortung übernehmen.

Beim Rückblick auf seine Lehrerzeit war für ihn jeder Tag spannend und er wird viele Erlebnisse in Erinnerung behalten. Nun will er sich im Ruhestand intensiver um seine Frau, den Garten und auch die Enkel kümmern. Zudem reizt ihn das Reisen einmal zu Nicht-Ferienzeiten. „An das Runterschalten muss ich mich jetzt langsam gewöhnen“, schmunzelt er. Vielleicht wird er noch ein paar Mal als Gast die Oberschule besuchen, dann fällt der Abschied nicht ganz so schwer. Dann muss Dietrich Matthes jedoch klingeln. Er hat ja keinen Schlüssel mehr.