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Lehrreiche Spiele im Lautaer Wald

Teamarbeit: Die Baumscheiben sollen so schnell wie möglich in ein Ziel gebracht werden.
Teamarbeit: Die Baumscheiben sollen so schnell wie möglich in ein Ziel gebracht werden. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Lauta. Mitten ins Grüne hat Julia Grote vom Staatsbetrieb Sachsenforst die 83 Dritt- und Viertklässler eingeladen. Während die Lautaer Schüler am Dienstag mit ihren Rädern zu den Waldjugendspielen am Rande des Lautaer Stadtparks radelten, kamen Hoyerswerdaer und Schwepnitzer Schüler motorisiert. Anja Guhlan / ang1

Viele der Lautaer Kinder kennen den Ort bereits, einige andere staunen hingegen nicht schlecht.

An insgesamt neun Stationen müssen sich die Schüler schließlich beweisen. Dazu werden sie in Gruppen eingeteilt und bekommen Team-Namen wie "Die Wölfe" und "Die Rehe".

An den vielfältig gestalteten Stationen wird unter anderem Wissen abgefragt. So hält Forstmitarbeiter Michael Bayer kleine Figuren der bekanntesten einheimischen Tiere ab und fragt nach deren Namen. "Keiler, Bache oder Rehbock und Ricke" kommen als Antworten. "Gut" lobt Michael Beyer, der auch Fakten zu den jeweiligen Tieren darlegt. "Wachsen beim Keiler die Zähne wieder nach, wenn sie abgebrochen sind?", will der zehnjährige Leonard aus Lauta wissen. "Nein", so die Antwort. Die Kinder wollen viel wissen und saugen jede Information auf.

An anderer Stelle geht es um Baumarten: "Die Kinder wissen schon allerhand", lobt Forstmitarbeiter Fred Knutzsch die Schüler, die Linden, Buchen, Ahorn und Tannen bestens voneinander unterscheiden können. "Wir haben viele verschiedene Bäume zu Hause und ich kenne die Arten", sagt der zehnjährige John aus Lauta. Wie ein Baum aufgebaut ist, erfahren die Schüler an einer nächsten Station.

"Oft versuchen wir dann das Ganze spielerisch umzusetzen", erklärt Julia Grote. "Denn der Wald soll auch als Erlebnisort entdeckt werden." So müssen sich die Schüler in einer Reihe auf Baumscheiben stellen. Der Letzte in der Reihe muss so schnell wie möglich an deren Anfang mit seiner Baumscheibe rennen, bis der nächste Schüler von hinten folgt. So bewegen sich die Baumscheiben vorwärts bis an ein Ziel. Wilhelm und Susanne (beide 9) aus Hoyerswerda finden das Spiel "super witzig". Auch das Stock-Spiel an einer anderen Station kannten sie noch nicht.

Bei Lautas Revierleiterin Julia Menzel, die ebenfalls eine Station betreut, geht es um die Nahrungskette. Die Schüler bekommen auch hier spielerisch anhand eines Netzes erklärt, wer wen im Wald frisst, wie abhängig alle voneinander sind und dass dieses System auch zusammenbrechen kann, sollte etwas das Netz verlassen.

An einer der letzten Stationen lässt Forstmitarbeiter Mike Thomiczny die Kinder einigen Müll aus dem Wald holen und erklärt, was dieser bei Waldbewohnern, aber auch bei dem Wald selbst für Schäden anrichten kann. Diese reichen von Schnittverletzungen bis hin zum Erstickungstod von Tieren durch Glasscherben oder Pfandflaschen, die achtlos weggeworfen wurden. Zudem wird über die Brandgefahr und das Auffinden von Munitionsresten aufgeklärt. "Die Kinder sollen hier ein bisschen sensibilisiert werden", erklärt der Forstmitarbeiter.

Am Ende haben alle Mädchen und Jungen den Rundkurs gut gemeistert. Sie alle haben mehr über die Bedeutung des Waldes, seinen notwendigen Schutz gelernt und den Wald als Erlebnisort entdeckt. Julia Grote ist zufrieden und zieht positive Bilanz: "Die Kinder waren neugierig, sie hatten sichtlich Spaß und nehmen hoffentlich etwas mehr Wissen über die Natur und grüne Berufe wie den des Forstwirts mit nach Hause."

Zum Thema:
Die Waldjugendspiele werden seit 1999 in allen sächsischen Forstbezirken durchgeführt und sind eine Kooperation des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft - Sachsenforst, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und des Sächsischen Kultusministeriums. Jährlich erleben so über 5000 sächsische Schüler einen Tag mit Förstern, Waldarbeitern und ihren Lehrern im Wald.