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| 17:31 Uhr

Lebensmittelüberwachung im Kreis Bautzen
5156 Kontrollen für die Gesundheit

 Die Bautzener Lebensmittelkontrolleure haben sich 2018 auch bewusst um Fipronil in Eierzeugnissen gekümmert.
Die Bautzener Lebensmittelkontrolleure haben sich 2018 auch bewusst um Fipronil in Eierzeugnissen gekümmert. FOTO: science photo/shutterstock.com
Bautzen/Hoyerswerda. Im Kreis Bautzen sind 18 Lebensmittelüberwacher in Sachen Gesundheit unterwegs. 5156 amtliche Kontrollen haben sie 2018 durchgeführt. In Extremfällen sind drastische Maßnahmen notwendig. Von Sascha Klein

Wenn die Mitarbeiter des LÜVA in einen Betrieb im Landkreis Bautzen kommen, dann wollen sie alles ganz genau wissen. Denn: Dann geht es um die Gesundheit aller. LÜVA: Das ist die Abkürzung für Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt beim Landkreis Bautzen. In diesem Amt sind die Mitarbeiter unterwegs, um bei den Produzenten und Verarbeitern zu schauen, ob dort alles mit rechten Dingen zugeht.

Die Zahl der Prüfungen scheint riesig: Insgesamt 5156 Kontrollen haben die Mitarbeiter des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramts im Jahr 2018 durchgeführt. Rein rechnerisch sind das rund 14 pro Tag.

Die LÜVA-Mitarbeiter in Bautzen haben zudem 1828 Proben genommen, teilt die Kreisverwaltung auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit. 281 davon, das sind 15,4 Prozent, seien beanstandet worden. Hauptgrund für die Beanstandungen seien die Kennzeichnung oder Aufmachung, heißt es. 208 von 281 beanstandeten Proben betrifft das im Jahr 2018.

Zum Vergleich: In ganz Sachsen sind im gleichen Zeitraum etwa 21 000 Proben genommen worden. Etwa jede sechste sei beanstandet worden. Damit sind die Zahlen von Landkreis und Freistaat vergleichbar.

18 Mitarbeiter für die Bautzener Lebensmittelüberwachung

Im Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt in Bautzen arbeiten laut Landkreis-Sprecherin Sabine Rötschke derzeit 18 Personen – 14 Lebensmittelkontrolleure, eine Diplomlebensmittelchemikerin und drei Tierärzte. Sie führen die amtlichen Kontrollen im Landkreis durch.

Zuständig sind diese 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine riesige Gruppe an Unternehmen. In ihren Aufgabenbereich gehören alle Betriebe, die Lebensmittel erzeugen, herstellen, verarbeiten, lagern und an Verbraucher abgeben. Sie würden regelmäßig kontrolliert, so Landkreis-Sprecherin Sabine Rötschke.

Die Palette reiche von Erzeugnissen auf dem Feld und im Stall über alle Lebensmittelhersteller einschließlich der Handwerksbetriebe, aller Handelseinrichtungen, einschließlich ambulantem Handel, der gesamten Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen, Feste und Märkte bis zum Internethandel. Auch die Überwachung von Betrieben und des Handels mit kosmetischen Mitteln und Bedarfsgegenständen gehören in diesen Aufgabenbereich, so Sabine Rötschke weiter.

Bautzener Lebensmittelüberwachung kann Betriebe schließen

Im Extremfall kann die Behörde sogar Betriebe zeitweilig oder komplett schließen. Die Gründe seien gravierende oder wiederkehrende Unzulänglichkeiten bezüglich Ordnung und Sauberkeit, Warenpflege, unhygienische Betriebsabläufe oder gravierende Hygienemängel und völlig unzureichende Ausstattung für die beabsichtigten Tätigkeiten.

Deswegen sei im Jahr 2018 eine Fleischerei im Kreis Bautzen in Teilbereichen der Produktion für eine gewisse Zeit geschlossen worden. Ein Imbissbetrieb ist von den Lebensmittelüberwachern dauerhaft dicht gemacht worden, heißt es.

Selbst Bürger können direkt mit dem Lebensmittelüberwachungsamt in Verbindung treten. Dazu käme es allerdings nur in Einzelfällen, heißt es. Dann geben Bürger selbst „Beschwerdeproben“ ab. Können sie dann begründen, weshalb sie die Probe für bedenklich halten, würden die Experten sie an das sächsische Landesumweltamt (LUA) weitergeben.

Die Bautzener Behörde sei in die sachsenweit durchgeführten Überwachungsprogramme, kurz LÜP, eingebunden. Die Kontrollen und Probenahmen würden dem Bautzener Amt im Rahmen eines Jahresplans vorgegeben. Natürlich gebe es saisonale Unterschiede, wie vermehrte Kontrollen von Eis im Sommer und Glühwein im Winter.