Von Rainer Könen

Andreas Vater leidet noch ein wenig unter dem Jetlag. Erst vor einigen Tagen ist der Chefkoch des Hoyerswerdaer Restaurants „All Jerk Empire“ aus Jamaika zurückgekehrt. Zwei Wochen verbrachte er dort. Es war eine Art Fortbildungsurlaub für ihn, denn er hospitierte bei diversen Köchen. Kochte im Busch, auf der Straße, in Spitzenrestaurants. Sein erster Besuch in dem karibischen Inselstaat, weitere sollen in diesem Jahr noch folgen.

Der Hoyerswerdaer ist nicht nur vom Lebensgefühl der Einheimischen begeistert, sondern auch von der jamaikanischen Küche. „Ich werde demnächst einige Gerichte, die ich kennengelernt habe, auf die Speisekarte unseres Restaurants setzen“, erzählt er. Hat sich doch das in der Hoyerswerdaer Neustadt gelegene Restaurant ganz der jamaikanischen Küche verschrieben.

Hoyerswerdsche Kochkunst auf Kabel 1

Wie er die kulinarischen Spezialitäten dieser Karibkinsel zubereitet, davon können sich in dieser Woche Fernsehzuschauer ein Bild machen. Denn der Hoyerswerdaer Andreas Vater wird auf Kabel 1 zu sehen sein, in der beliebten TV-Kochserie „Mein Lokal, Dein Lokal – Der Profi kommt“.

Vom 8. bis 12. April läuft täglich um 17.55 Uhr ein „Sachsen Spezial“. Auch der Hoyerswerdaer wird dabei sein. Besonders delikat dabei: Die Testesser sind Restaurant-Kochprofis aus anderen sächsischen Spitzenrestaurants. Was Vater freut: „Wir werden in Deutschland, Schweiz und Österreich im Fernsehen zu sehen sein, Millionen Menschen schauen zu“. Eine solche Werbung sei einfach unbezahlbar.

Der aus Bayern stammende Vater arbeitet seit November 2018 im „All Jerk Empire“, aber „man ist schon lange vorher auf mich aufmerksam geworden“, erzählt der 48-Jährige. Weil er ja schon lange in der Branche arbeitet, da lerne man halt viele Leute kennen, so Vater weiter. Bekannte hätten ihm geraten, sich doch für das Casting dieser bekannten TV-Kochshow zu bewerben. Was er dann tat.

Im Januar fand das Casting statt. Es traten rund 50 Restaurants aus Sachsen gegeneinander an. „Wir gehörten am Ende zu den fünf, die man in die engere Wahl nahm“, so Andreas Vater voller Stolz. In der neuen Staffel musste er gegen vier andere Köche antreten.

Kaputte Herdplatte fordert Improtalent

Zu Beginn der Dreharbeiten musste dann gleich mal improvisiert werden. Eine Herdplatte war kaputt gegangen. „Da wurde es für mich und das Team noch stressiger“, verrät er. Wie er und sein Küchenteam abgeschnitten haben, will er, darf er nicht verraten. Was er jedoch durchblicken ließ: Viel Kritik von den Kollegen habe es für ihn bei der Bewertung von Vor- und Nachspeise sowie des Hauptganges nicht gegeben. Man darf also gespannt sein.

Der Chefkoch rechnet damit, dass nach der Ausstrahlung in der kommenden Woche sicher ein Run auf das ohnedies bereits gut besuchte Restaurant in der Liselotte-Hermann-Straße einsetzen wird. Aber, so Vater, „wir sind dann vorbereitet“. Auch personell.

Jamaikanisches Lebensgefühl

Mit ein Grund, warum das „All Jerk Empire“ so beliebt ist, liegt sicher auch daran, das „wir den Gästen was vom jamaikainischen Lebensgefühl mitgeben“. Gelassenheit, Entspanntheit, Lebensfreude. Konkret heißt das auch, dass „man bei uns im Restaurant die Füße hochlegen kann“.  Und das, so der Küchenchef, sei nicht nur sprichwörtlich gemeint. Er habe das ja bei seinem Aufenthalt auf Jamaika erlebt, wie locker es dort zugehe.

Nun, am Mittwoch wird Chefkoch Andreas Vater sicher den Fernseher einschalten. Oder wird er in der Küche des Restaurants stehen und Menüs für die Gäste zuzubereiten? Er schaut vielsagend, ein verschmitztes Grinsen zieht über sein Gesicht. Was für eine Frage.

Am Mittwoch, 10. April, wird All-Jerk-Empire-Chefkoch Andreas Vater und sein Team in einer Folge auf Kabel 1 vorgestellt. Gezeigt wird, wie sie versuchen, Kollegen aus anderen sächsischen Spitzenrestaurants zu überzeugen.