Auf einer Insel im Speicherbecker Lohsa II, kurz auch Lohsaer See genannt, haben Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr einen illegalen Campingurlaub beendet. Zwei 30 Jahre alte Männer und eine ebenfalls 30 und eine 53 Jahre alte Frau sowie ein fünfjähriges Kind und zwei Hunde waren am Dienstag mit zwei kleinen Schlauchbooten auf die Insel übergesetzt, die eigentlich aufgrund der großen Rutschungsgefahr nicht betreten werden darf. Das berichtet Kai Siebenäuger, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz.
In den letzten Jahren kam es in dem Gebiet immer wieder zu größeren Abbrüchen und Rutschungen. Ein Anwohner berichtete, dass die Insel in den letzten sechs Jahren schätzungsweise 40 Prozent ihrer Fläche durch Rutschungen verloren hat.

Campern droht ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch

Noch am Dienstagabend kam es nach Polizeiangaben zu einem ersten Einsatz, die Camper wurden aber nicht angetroffen und wegen der einbrechenden Dunkelheit die Suche abgebrochen.
Am Mittwochmorgen wurde der Einsatz fortgesetzt, unter anderem mit einem Polizeihubschrauber und einem Luftkissenboot der Feuerwehr. Dabei trafen die Einsatzkräfte die Personen an und begleiteten sie von der Insel zurück ans sichere Ufer des Lohsaer Sees.
Alle fünf Personen kommen nach Angaben der Polizei aus Sachsen. „Ihnen sollte also durchaus bewusst gewesen sein, in welche lebensgefährliche Situation sie sich begeben. Außerdem stehen in dem Bereich auch genügend Verbotsschilder, die auf die Rutschungsgefahr hinweisen“, so Polizeisprecher Siebenäuger. Den Personen droht jetzt ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch, weil der See ein Privatgelände der LMBV ist. Außerdem werden sie wohl auch den Rettungseinsatz aus eigener Tasche bezahlen müssen.