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Leben auf der ewigen Baustelle?

Erst vor etwas mehr als zwei Jahren zog Wolfgang Stoyan in sein neues Eigenheim im Groß Särchener Wohngebiet „Am Feldgraben“ . Jetzt musste das Häuschen schon wieder eingerüstet werden, um Risse im Putz zu beseitigen. Und rundherum ist eine einzige Baustelle. „Das habe ich mir aber anders vorgestellt“ , ärgert sich der neue Hauseigentümer über die Beeinträchtigung seiner Lebensqualität.
Erst vor etwas mehr als zwei Jahren zog Wolfgang Stoyan in sein neues Eigenheim im Groß Särchener Wohngebiet „Am Feldgraben“ . Jetzt musste das Häuschen schon wieder eingerüstet werden, um Risse im Putz zu beseitigen. Und rundherum ist eine einzige Baustelle. „Das habe ich mir aber anders vorgestellt“ , ärgert sich der neue Hauseigentümer über die Beeinträchtigung seiner Lebensqualität. FOTO: Foto: Catrin Würz
Groß Särchen.. Als Wolfgang Stoyan Anfang 2001 in sein nagelneues Haus am Knappensee zog, freute er sich auf einen ruhigen und erholsamen Lebensabend. Doch jetzt – zwei und ein viertel Jahr später – ist von der erhofften Idylle nicht viel zu spüren. Stattdessen lebt der 64-Jährige erneut auf der Baustelle – und ärgert sich über Staub, Lärm und Risse in seiner Giebelwand. Von Catrin Würz

„Das kann doch nicht angehen: Nach reichlich zwei Jahren ist mein Haus schon wieder eingerüstet.“ Wolfgang Stoyan zeigt auf das Baugerüst an der Giebelwand seiner Doppelhaushälfte im Groß Särchener Wohngebiet „Am Feldgraben“ . Hier hatten sich in den vergangenen Monaten meterlange Risse im Putz gebildet. „Die Ursache dafür ist uns nie genannt worden. Ob es Schluderei der beauftragten Firmen war oder ob die nachträglichen Verdichtungsarbeiten im Gelände schuld sind, ist uns Käufern nie gesagt worden“ , so der enttäuschte Hauseigentümer. Zwar hat die frühere Wohnungsgenossenschaft Hoyerswerda (heute Lebensräume eG), die seit Jahren die Häuser im Groß Särchener Wohngebiet errichtet und vermarktet, schon mit dieser Mängelbeseitigung begonnen. Gleich mehrere Häuser bekamen neuen Fassadenputz an der Giebelseite, um Rissbildungen zu beseitigen. „Aber der Ärger und der Dreck bleiben bei uns Eigentümern hängen“ , schimpft Wolfgang Stoyan über die beeinträchtigte Lebensqualität in seinem neuen Heim. „Das habe ich mir anders vorgestellt.“
Gestört fühlt sich der Ruheständler aber auch noch durch die weiteren Eigenheim-Baustellen direkt vor seiner Nase. „Wenn ich auf meiner Terrasse sitze, weht es mir den Kies vom keine drei Meter entfernten Sandhaufen in die Kaffeetassen. Muss denn der Sand direkt vor meiner Terrasse abgelagert werden?“ , schildert der Ex-Hoyerswerdaer die seiner Meinung nach unhaltbaren Zustände. Baulärm und Staub kämen noch dazu, denn gearbeitet werde derzeit sowohl vor als auch hinter seinem Haus Nummer 15, das in der Mitte des Wohngebietes steht.

Gudrun Ladusch, die Sprecherin der neuen Lebensräume-Genossenschaft, räumt ein, dass im Wohngebiet „Am Feldgraben“ derzeit kräftig gebaut wird. Das hätten die Grundstückskäufer allerdings gewusst, als sie sich für die Fläche entschieden. „Baulärm lässt sich nun mal nicht ganz vermeiden. Wir bemühen uns jedoch, die Behinderungen und Belästigungen so gering wie möglich zu halten.“ Die Sprecherin des Hoyerswerdaer Wohnungsunternehmens stellte in Aussicht, dass die an die Baustelle angrenzenden Grundstücke nun doch noch mit einem Bauzaun aus Folie geschützt werden sollen. „Die Erdmassen, die für die Neubauten ausgehoben wurden, werden in dieser Woche abtransportiert“ , verspricht Gudrun Ladusch. Der Verfüllerkies - der Stein des Anstoßes - könne allerdings nicht abgefahren werden, denn er ist nach den Rohbauarbeiten noch zum Auffüllen des Geländes nötig.
Der gestresste Baustellen-Nachbar Wolfgang Stoyan ist nun gespannt, wann sich seine Situation bessern wird. Der Bauzaun mit Folie war schließlich bereits für Wochenbeginn angekündigt worden. „Bis gestern war davon aber weit und breit noch nichts zu sehen.“