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Standortwechsel
Lautaer Gartenabfälle bald im Gewerbegebiet

Lauta. Eine Kompostieranlage für Grünschitt soll entstehen.  Ein langer Prozess, der laut Stadträtin einer Schikane gleich kommt.

Von Anja Guhlan

Die Pläne des Lautaer Unternehmers Christoph Leiker werden konkreter, so dass in der jüngsten Stadtratssitzung der zweite Entwurf zur Änderung des Bebauungsplans für das Industrie- und Gewerbegebiet Lauta vorgestellt und von den Räten einstimmig gebilligt wurde.

Dies stellt weiterhin die Grundlage für das Vorhaben von Unternehmer Christoph Leiker dar. Dieser will mit dem Sanierungsabschluss der Rotschlammhalden seine Betriebsfläche, einschließlich der Annahmestelle für Grünabfälle und Bauschutt aus der Bevölkerung, voraussichtlich im Jahr 2018, schließen und plant indessen die Bündelung einiger bereits vorhandener wirtschaftlicher Aktivitäten der RVS (Reststoffverwertungs- und Altlasten sanierung GmbH) und der MCL Energy GmbH sowie eine  Verlagerung an den Standort ins Industrie- und Gewerbegebiet in Lauta. In diesem Gebiet will das Unternehmen einen Betriebshof errichten und es soll wieder die Annahme von Garten- und Parkabfällen aus der Bevölkerung, zur Herstellung von vermarktungsfähigem Kompost, erfolgen.

Zur Umsetzung dieses Vorhabens ist die Änderung des Bebauungsplans für das Industrie- und Gewerbegebiet notwendig, der unter anderem auch offene Anlagen zur Erzeugung von  Kompost aus organischen  Abfällen zulässt. Die für die Errichtung der Anlage notwendigen Gutachten, bezüglich der Schallimmissionen und der Immissionen durch Gerüche, wurden durch den Investor bereits durchgeführt und sind Bestandteil der Planunterlagen. So ist es vorgesehen die bisherigen Flächen in westliche und südliche Richtung zu vergrößern.Nun forderte die Untere Wasserbehörde des Landratsamtes in der Abwägung öffentlicher Belange zusätzlich noch das Erstellen eines Abwasserkonzeptes, wegen wassergefährdender Stoffe wie zum Beispiel Wirtschaftsdünger, dem auch Kompost zuzuordnen ist.

Auch die Untere Naturschutzbehörde forderte zusätzlich unter anderem einen Stubenwall mit Steinhaufen für Eidechsen aus artenschutzrechtlichen Belangen.

Stadträtin Elke Förster (Die Linke) empfindet diesen gesamten Prozess als „Schikane“: „Da beabsichtigt ein Unternehmer der Stadt Lauta so ein Vorhaben, dass auch der Bevölkerung zugute kommt und dann muss dieses Unternehmen solche Regelungen und Verordnungen beachten und sich danach richten. „Wir können froh sein, dass solche Unternehmer sich nicht irgendwann ganz von solchen Vorhaben aufgrund der komplexen Vorgänge abwenden und vielleicht irgendwo anders hingehen.“ Bürgermeister Frank Lehmann lenkte ein wenig ein, indem er meinte, dass dabei auch EU-Regelungen, wie an anderen Standorten sicherlich auch,  greifen würden.

Letztendlich begrüßten alle Stadträte das Vorhaben.  Denn mit dem Vorhaben wird weiterhin für die Bevölkerung in der Region eine Annahmestelle für Grünabfälle für die kommenden Jahre zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sichert das Lautaer Unternehmen die bereits vorhandenen 25 Arbeitsplätze auch für die Folgejahre.