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| 14:39 Uhr

Junge Umweltschützer in Lauta
Lautaer Schüler bauen spezielle Hotels

Die Schüler der Wald-AG der Hans-Coppi-Grundschule in Lauta präsentieren stolz ihre fertig gewerkelten Insektenhotels.
Die Schüler der Wald-AG der Hans-Coppi-Grundschule in Lauta präsentieren stolz ihre fertig gewerkelten Insektenhotels.
Lauta. Schüler bauen Insektenhotels, Nistkästen für Vögel und sammeln Müll in den Wäldern ein. Sie wollen damit die Umwelt retten. Von Anja Guhlan

Sie haben in stundenlanger Maßarbeit kleine Äste sortiert, Schilfmatten zugeschnitten, Löcher in Lehm gebohrt, Kienäpfel und andere Zapfen sowie Holzspäne gesammelt. Jetzt sind ihre Werke fertig: Die Insektenhotels können auf dem Gelände der Lautaer Hans-Coppi-Grundschule aufgestellt werden. Einige der Schüler haben sich auch Exemplare für den häuslichen Garten gebaut.

  Dafür haben die neun Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Wald“ jeden Mittwoch etwa anderthalb Stunden ihrer Zeit geopfert. „Es war mühsam, aber am Ende freuen wir uns über die  fertigen Insektenhotels“, sagt der zehnjährige Simon. Möglich wurde das Projekt durch die Ortsgruppe des Nabu in Lauta, die die Holzrahmen für die Insektenhotels spendete. Deren Bau  hat einen ernsten Hintergrund: das Insektensterben. Sachsenweit stehen rund 1280 Insektenarten bereits auf der Roten Liste, von denen 98 Arten ausgestorben, weitere 122 vom Aussterben bedroht sind.

Die Schüler wollen etwas dagegen  tun. „Insektenhotels werden da immer wichtiger“, betont Wilfried Noack von der Nabu-Ortsgruppe. „Damit sich die Insekten wohlfühlen, haben wir nur natürliche Materialien verwendet“, erklären der zehnjährige William und der achtjährige Luca. Sie wissen, dass das Insektenhotel als Nisthilfe und gelegentlich als Überwinterungsmöglichkeit dienen. Sie haben gelernt, dass die Natur normalerweise genügend Möglichkeiten füreinen Unterschlupf bietet, wie Baumstümpfe oder Mauerritzen. Leider werden diese Lebensräume durch die Lebensweise der Menschen zunehmend zerstört oder eingeschränkt.  „Wir wollen etwas für die Natur tun“, sagen Anna und Sophie (beide 9).

Dafür bauen sie auch Nistkästen für Vögel. In Deutschland wird mehr als die Hälfte aller Vogelarten inzwischen als gefährdet eingestuft (110 Arten) oder weist besorgniserregende Bestandsverluste (31 Arten) auf.

Was stört ist auch der viele Müll im Wald. Deshalb starten die Zweit- bis Viertklässler regelmäßig mit den Leitern der Wald-AG Mario Kubusch und Andreas Baer Müllsammel-Aktionen. „Nebenbei bestimmten wir Baumarten oder gehen auf Spurensuche“, erklärt Mario Kubusch. „Wir wollen die Kinder wieder mehr für die Umwelt und Natur sensibilisieren“, sagt Andreas Baer. Und das klappt. Die Kinder gehen mit Eifer und Elan an ihre Aufgaben. Im nächsten Schuljahr wollen sie mithilfe der Nabu-Ortsgruppe Fledermauskästen bauen und anbringen. Sie wollen mit ihrer Arbeit als Vorbild für viele Schüler sein.