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Lautaer Bündnis sammelt Spenden

Der Koordinator des Lautaer Bündnisses "Menschen für Menschen" Reinhard Moog (60) beim Sortieren der Spenden.
Der Koordinator des Lautaer Bündnisses "Menschen für Menschen" Reinhard Moog (60) beim Sortieren der Spenden. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Lauta. Das lokale Bündnis "Menschen für Menschen" in Lauta, das sich im Dezember des vergangenen Jahres gegründet hat, steht mittlerweile auf festen Füßen. Inzwischen beteiligen sich 22 Helfer. Sie wollen Flüchtlinge, aber auch bedürftige Lautaer Bürger unterstützen. Anja Guhlan / ang1

Momentan sammeln die Mitstreiter des Lautaer Bündnisses jeweils donnerstags Spenden ein: Geschirr, Kleidungsstücke, Spielzeug und Bettwäsche werden abgegeben. Ab April, wenn die ersten Flüchtlinge in der neuen Unterkunft im derzeit im Umbau befindlichen ehemaligen Büro- und Dienstleistungszentrum angekommen sind, sollen diese Spenden an die Flüchtlinge, aber auch an bedürftige Lautaer ausgeben werden. "Was fehlt und noch unbedingt gebraucht wird, sind Fahrräder", meint Reinhard Moog.

Der 60-Jährige ist der Koordinator des Bündnisses. "Wir wollen, wenn die Flüchtlinge da sind, auch gemeinsame Ausflüge veranstalten, damit die Neuankömmlinge unsere Umgebung besser kennenlernen", kündigt Moog an.

Das Bündnis hat sich viel vorgenommen. Derzeit treffen sich die 22 ehrenamtlichen Helfer im Alter zwischen 16 und 70 Jahren einmal im Monat und besprechen, wie geholfen werden könnte. Die Pläne sehen schon ziemlich konkret aus. So haben sich die Bündnismitglieder zum Beispiel vorgenommen, die Flüchtlinge im Alltag zu begleiten - bei Arztbesuchen, bei Behördengängen oder auch beim Einkaufen. Zum anderen will das Bündnis Integrations-, Deutsch- und gemeinsame Kochkurse anbieten. Angebote wie die Kinderbetreuung, sportliche, kreative oder musische Aktivitäten sollen das Ganze abrunden.

Zudem will die Gruppe um Reinhard Moog Patenschaften anbieten. "Jeder Flüchtling sollte einen Paten zur Seite gestellt bekommen. Diese Patenschaften aufzubauen, wird sicherlich am schwierigsten sein", sagt Moog. Sprachbarrieren sollen mit Sprachvermittlern überwunden werden. "Momentan haben wir zwei Personen in unserem Bündnis, die Arabisch sprechen. Viele andere sprechen zudem Französisch oder Englisch", weiß der Koordinator. Bei allen Vorhaben will das Bündnis auch auf fachliche Kompetenzen setzen und unter anderem mit dem Internationalen Bund zusammenarbeiten.

Das künftige Flüchtlingsheim hat mit der Gesellschaft Pro Shelter erst seit wenigen Wochen einen neuen Betreiber. Die Hilfe des Bündnisses sei dort gern gesehen, sagt Reinhard Moog. Aber auch wenn die Bündnismitglieder am liebsten sofort loslegen würden, müssen sie sich erst einmal in Geduld üben. Vieles müsse durch den Betreiberwechsel erst geplant und geprüft werden. Zudem müssten für die Vorhaben des Lautaer Bündnisses Räumlichkeiten geschaffen werden.

Bis dahin sammeln die Mitstreiter von "Menschen für Menschen" weiter Spenden ein. So nimmt Anja Prelop-Brähmig zum Beispiel ausrangierte Sachen entgegen. "Mir macht es Spaß, sich hier zu engagieren. Es sollten sich noch viel mehr Helfer einfinden", so die 41-Jährige.

Zum Thema:
Der Landkreis richtet gegenwärtig eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im Industrie- und Gewerbegebiet Lauta ein. Ab April sollen hier 155 Plätze zur Verfügung stehen. Das Heim in der Müntzer-Straße könne laut Landratsamt bei Bedarf noch um 260 Plätze erweitert werden.Zunächst wollte Objekteigentümer Eric Schär die Unterkunft selbst betreiben. Doch er zog sich Anfang des Jahres zurück, um sich auf seine Firma zu konzentrieren. Neuer Betreiber wird die Gesellschaft Pro Shelter, die unter anderem Unterkünfte in Freital und Brandenburg betreibt. Pro Shelter will ihr Konzept am 16. März um 18 Uhr im Laubuscher Kulturhaus zur Einwohnerversammlung vorstellen. www.lr-online.de/fluechtlinge