Von Sascha Klein

Am kommenden Montag folgt im Lautaer Stadtrat der vielleicht letzte Akt beim geplanten Verkauf des einstigen Kinderwochenheims in der Friedrich-Engels-Straße. Wobei: Verkauft werden soll das Gebäude bereits seit mehr als einem Jahr. Allerdings: Verkäufer, die Stadt Lauta, und potenzieller Käufer, eine Familie aus Leippe, hatten sich nicht über die Modalitäten einigen können. Über Monate ist hinter den Kulissen verhandelt worden. Auf dem Gelände, das seit einigen Jahren Heimat des DRK-Ortsverbandes Lauta und der von ihm betriebenen Tafel ist, hat sich indes nichts Wesentliches verändert.

Martin Geyer kommt doch noch zum Zug

Jetzt dreht die Stadtverwaltung Lauta alle Uhren auf Anfang, wie Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke bestätigt. Der potenzielle Käufer aus dem vergangenen Jahr ist jetzt aus dem Rennen und die eigentliche Nummer zwei könnte jetzt doch noch zum Zug kommen. Die eigentliche Nummer zwei ist Martin Geyer (38), der seine Idee „Dogwerk“ auf dem Gelände verwirklichen möchte. Was der Lautaer Stadtrat am Montagabend voraussichtlich tun wird: Er wird seinen einstigen Verkaufsbeschluss aus dem Februar 2018 aufheben und einen neuen fassen. Wenn der Stadtrat mehrheitlich mitgeht, tritt die Verwaltung anschließend mit Martin Geyer in Verhandlung.

Areal mit Tierarzt und Tierfrisör

„Ich habe im Jahr 2018 an meinem Konzept weitergearbeitet und auch einen Unternehmensberater mit ins Boot geholt“, sagt der 38-jährige Martin Geyer auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Dass er zunächst beim Kinderwochenheim nicht zum Zug gekommen ist, könnte sich im Rückblick sogar als Vorteil herausstellen. Der Polizeibeamte ist bereit für den nächsten Schritt, der bedeutet, seinem Projekt „Dogwerk“ auch einen Platz zu geben. Das „Dogwerk“ an sich existiert bereits seit dem Jahr 2015. Am Standort Kinderwochenheim soll es später verschiedene Angebote geben, unter anderem einen Tierarzt, einen Tierfrisör und eine Pension. Für Tierarzt und Tierfrisör habe er mit potenziellen Partnern bereits Absichtserklärungen unterzeichnet. Seine Partnerin soll die Pension übernehmen. „In erster Linie ist es ein Vermietungskonzept“, sagt Geyer. Die Finanzierung für das Gesamtkonzept stehe, betont er. Zudem hofft der Hundeexperte, dass sein „Dogwerk“ auch Standort für einen neuen Hundeverein wird, der sich in die Gebäude einmietet.

Allerdings will der 38-Jährige neben seiner Tätigkeit als Polizeibeamter, Diensthundeführer und Ausbilder für Diensthunde und Diensthundeführer für einige Stunden pro Woche auch selbst tätig werden und Unterricht anbieten. Schon jetzt hat Geyer ein Riesen-Portfolio. Unter anderem resozialisiert er Hunde in Tierheimen, bietet die Ausbildung von Schutz- und Spezialhunden in den Bereichen Sport, Gewerbe und Privat an und ist seit 2019 Honorardozent für Tierrettung an der Landesfeuerwehrschule in Nardt.

Während des jüngsten Stadtrats hatte die Lautaer Verwaltung den Interessenten noch einmal die Chance gegeben, ihre aktuellen Konzepte in nichtöffentlicher Sitzung zu präsentieren. Laut Bauamtsleiter Persicke sei jedoch nur Martin Geyer zu dem Termin erschienen.

Geyer ist noch nicht siegessicher

Für den 38-Jährigen ist noch nicht sicher, dass die Lautaer Stadträte grünes Licht für den Verkauf an ihn geben. Natürlich hofft er, mit seiner Idee endlich auf die Zielgerade einschwenken zu können. „Ich bin seit zweieinhalb Jahren an dem Gebäude dran“, sagt er. „Manchmal muss man auch abwarten können.“ Doch der Verkauf an sich könnte sich noch etwas hinziehen. Vom Ja zu Verkaufsverhandlungen des Stadtrates bis zum Kauf selbst kann es Wochen oder Monate dauern. Doch Martin Geyer ist auch in der Hinsicht ganz entspannt: „Ich habe schon so lange gewartet, da macht ein halbes Jahr nichts aus.“