Für die drei Grundstücke mitsamt den alten Barackenbauten, dem ehemaligen Feuerwehrquartier und der angrenzenden parkähnlichen Freifläche gegenüber dem ehemaligen Brikettfabrikgebäude, dem heutigen Sitz des Internationalen Informatik- und Begegnungszentrums Sachsen (IBS), suchte die Stadt Lauta einen Käufer. Zwei Kaufangebote sind bei der Stadt eingegangen, sagt Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) während der jüngsten Stadtratssitzung.

Zwei Anbieter haben der Stadt nach einer kurzweiligen, öffentlichen Ausschreibung bis Mitte August Angebote samt Nutzungskonzepte überreicht: Zum einen die Stiftung des IBS und zum anderen das junge im Entstehen befindliche Start-Up-Unternehmen Dogwerk GbR. Während das entstehende Hundezentrum in seinem Nachnutzungskonzept auf den Gebäudekomplex der ehemaligen Feuerwehr an der Hauptstraße 77 abzielte, beinhaltet das Konzept der Stiftung IBS eine Verbindung zum bisherigen Begegnungszentrum plus Erweiterung und Ergänzung des bisherigen Veranstaltungsportfolios.

Wesentliche Gesichtspunkte zur Ausgestaltung werden gegeben: Erhalt des Gartenstadtcharakters, Vertiefung zur ehemaligen Brikettfabrik Erika, Schaffung von Begegnungs- und Kommunikationsangeboten für die Bevölkerung und Gäste. Der ehemalige Feuerwehrkomplex soll saniert werden. Pläne für Ausstellungs- und Seminarräume, offene Pavillon-Anlagen, Werkstätten sowie befestigte Flächen für Open-Air-Veranstaltungen stehen mit im Konzept. Die parkähnliche Grünfläche mit Denkmal wird erhalten und mit Ausstellungstafeln ergänzt. Das Gebäude an der Hauptstraße 79 soll saniert und für Seminarräume und zur Teilvermietung genutzt werden. Weitere Ausführungen oder angedachte Bauzeiträume gab es in der Sitzung nicht.

Lehmann bezeichnet das Dogwerk-Konzept als zu "grob", das des IBS hingegen als "detailreich" und "ausgereift". Der Stadtrat hat mehrheitlich, nach diversen Vorberatungen und nach der Anhörung des IBS-Geschäftsführers Prof. Dr. Wolfram Hardt in einer vorab nicht-öffentlichen Sitzung, das Konzept des IBS als das "sachlich besser begründete" Angebot gehalten. Einzig und allein Stadtrat Karl-Heinz Löffler (Bürgerbewegung) stimmte mit einem Nein.

"Beide Angebote sind interessant", fasst Lehmann zusammen. Aber "wo man eine Tierhaltung dieser Art hat, ist eine Lärmbelästigung nicht ausgeschlossen", stellte er fest. Auch erinnerte er an die Ausschreibungsbedingungen, die Tierhaltung grundsätzlich untersagt. Dennoch möchte er "versuchen, eine andere Örtlichkeit im Stadtgebiet" für dieses Vorhaben zu finden. "Es gibt verschiedene Objekte, die sich anbieten."

Indessen sorgte der Kaufpreis in Höhe von 12 700 Euro in der Sitzung für Nachfragen, wie die von Lothar Kusche (Freie Wähler), ob die Stadt mit Nachdruck verhandelt habe. Der Mindestkaufpreis lag eigentlich bei 79 200 Euro. Und nun liege der Kaufpreis schließlich bei 12 700 Euro, etwa 5000 Euro über dem tatsächlichen Verkehrswert. Was zur Folge hat, dass der sogenannte Buchwertverlust in Höhe von rund 66 500 Euro das Basiskapital der Stadt um diesen Betrag mindert. Dogwerk hatte im Übrigen 45 000 Euro geboten, was das Basiskapital um nur 34 200 Euro geschmälert hätte. Lehmann als Finanzexperte meint: "Diese Zahl ist nicht unwichtig, aber sie ist nicht als Bargeld zu verstehen, sondern eher eine theoretische Zahl." Am Ende mindert diese das kommunale Eigenkapital.