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| 12:17 Uhr

Streit ums Laubuscher Kulturhaus
Lautas Stadtrat bremst Sanierung aus

 Das Kulturhaus Laubusch: Die Stadt Lauta will es erhalten. Dazu muss es jedoch in Sachen Brandschutz erst saniert werden. Kosten: rund 360.000 Euro.
Das Kulturhaus Laubusch: Die Stadt Lauta will es erhalten. Dazu muss es jedoch in Sachen Brandschutz erst saniert werden. Kosten: rund 360.000 Euro. FOTO: LR / Sascha Klein
Laubusch. Das Kulturhaus in Laubusch ist eines der zentralen Gebäude im Ort. Beim Brandschutz muss dringend reagiert werden. Doch jetzt ist wegen 20 000 Euro Mehrkosten ein Streit entbrannt. Von Sascha Klein

Das Kulturhaus ist in Laubusch eines der wichtigsten Gebäude. Der alte Lautaer Stadtrat hatte sich gerade zähneknirschend dazu entschieden, deutlich mehr zu investieren als eigentlich gewollt: 360 000 statt 120 000 Euro für den Brandschutz. Jetzt hat der neue Lautaer Stadtrat seinem Bürgermeister bei der letzten wichtigen Vergabe zum Kulturhaus Laubusch die Gefolgschaft verweigert. Es geht um Mehrkosten von rund 25 000 Euro – und ums Prinzip.

Es ist der letzte Tagesordnungspunkt der ersten Sitzung des neuen Lautaer Stadtrats. Gerade hatten die Räte recht problemlos einen Auftrag an das Lautaer Unternehmen Münch vergeben – Elektrotechnik und Brandmeldeanlage für das Kulturhaus. Wert: rund 115 000 Euro. Doch dann wurde es grundsätzlich: Das Angebot eines Tischlers aus Crostwitz für restauratorische Arbeiten im Kulturhaus beträgt 58.940,15 Euro – rund 24 000 Euro teurer als geplant. Es ist von vier angefragten Unternehmen der einzige Bieter. Hubert Förster (Freie Wähler) äußert erste Zweifel an der Vergabe: „Wenn es nur einen Anbieter gibt, machen wir uns erpressbar“, sagt er. Sein Argument: Wenn die Stadträte sich darauf einlassen, solch hohe Abweichungen bei Auftragsvergaben zuzulassen, könnte die nahende Schulsanierung in Laubusch für explodierende Baukosten sorgen. Förster sagt klar: „Die Freien Wähler stimmen nicht zu“ – und damit sieben von 15 Abgeordneten im Lautaer Stadtrat.

Als auch CDU-Mann Andreas Weber sich zu Wort meldet und betont, dass das Angebot viel zu hoch gegenüber den geschätzten Kosten sei, ist klar: Diese Vergabe wird nicht durchkommen. Am Ende stimmt nur Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) dafür. Neun Stadträte sind dagegen, sechs enthalten sich. Das bedeutet: Die Sanierung dauert länger als geplant.

Damit ist die Diskussion jedoch noch nicht zu Ende. Der Bürgermeister will Widerspruch gegen die Entscheidung seines Stadtrates einlegen. Sein Argument: Durch die Verzögerungen würde der Stadt ein Nachteil entstehen. Zudem sei nicht klar, ob bei einer neuen Ausschreibung andere Ergebnisse herauskommen. In einer der nächsten Sitzungen wird diese Vergabe also erneut eine Rolle spielen.