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Lauta ist wieder auf Hausarzt-Suche

Die Arztpraxis bleibt auch am Montag weiterhin geschlossen: Dr. Angelika Heyde hat sich laut Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen gegen die weitere vertragsärztliche Tätigkeit in der Praxis in Leippe-Torno entschieden.
Die Arztpraxis bleibt auch am Montag weiterhin geschlossen: Dr. Angelika Heyde hat sich laut Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen gegen die weitere vertragsärztliche Tätigkeit in der Praxis in Leippe-Torno entschieden. FOTO: Anja Hummel
Lauta. Der Schock sitzt tief. Wieder stehen etwa 1600 Patienten in Lauta ohne Hausarzt da. Am vergangenen Freitag hatte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) auf RUNDSCHAU-Nachfrage mitgeteilt, dass sich die Allgemeinmedizinerin Dr. Angelika Heyde gegen eine vertragsärztliche Tätigkeit in der Praxis in Leippe-Torno entschieden habe. ang1

Als Beweggrund habe sie laut KVS persönliche Gründe angegeben. Diese respektiere ihre Entscheidung.

Viele Patienten, die im vergangenen Sommer durch den unerwarteten Tod des Mediziners Thomas Tränkner ihren Hausarzt verloren hatten und froh über eine zunächst befristete Lösung waren, bleiben jetzt wieder hausärztlich unversorgt und sind niedergeschlagen. Carla Lehmann, Initiatorin der Unterschriftenaktion "Wir brauchen einen Hausarzt", die noch kurzerhand 1333 Unterschriften sammelte, beschreibt, dass bei den Patienten jetzt eine große Unsicherheit herrsche. "Viele seien beunruhigt. Dass die Praxis zu ist, ist ein herber Schlag für uns", sagt Carla Lehmann. Viele der Patienten seien mit der neuen Hausärztin Angelika Heyde, die die Praxis als angestellte Ärztin befristet übernommen hatte, gut ausgekommen.

Auch Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) bedauert die Praxisschließung. "Das ist ein schwerer Schlag für die Stadt Lauta", meint auch er auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Jetzt müsse bei der KVS wieder Alarm geschlagen werden, denn bei dieser liege der gesetzliche Sicherstellunsgauftrag. Zwar habe die KVS die Bemühungen, für die Region einen Hausarzt zu finden, intensiviert, jedoch sei noch keine Lösung in Sicht. Lauta könne nur bei den Rahmenbedingungen unterstützen. "Die Stadt kann den neuen Mediziner gern bei der Suche nach geeignetem Wohnraum, bei der Belegung eines Kita-Platzes oder zum Beispiel bei der Beschaffung eines neuen Arbeitsplatzes für den Partner unterstützen", versichert Lehmann.

Die Ärztin war leider auch gestern nicht für die RUNDSCHAU erreichbar. Laut KVS-Geschäftsführer Michael Rabe hätte Angelika Heyde Förderungsmöglichkeiten bei einer Praxisübernahme erhalten und auch kardiologische Leistungen einbringen können. Einen entsprechenden Antrag habe sie nicht gestellt.