(ang) Zwei Ausfälle hat es im zurückliegenden Jahr in der Thermischen Abfallbehandlungsanlage (T.A.) in Lauta gegeben. Am 23. Juni und am 1. August mussten die Mitarbeiter die Anlage abfahren. Daran kann sich Betriebsleiter Rainer Kühne noch sehr gut erinnern. „Diese Ausfälle sind den extremen Wettersituationen geschuldet, da durch Gewitter und Blitzeinschläge vorgelagerte Stromnetze betroffen waren und unsere Anlage dadurch gestört war.“ Die Mitarbeiter mussten auf Fehlersuche gehen, den Fehler auslesen und die Anlage wieder hochfahren. Für eine solche Müllverbrennungsanlage, die eigentlich nie stillsteht, bedeutet dies Rückschritte.

Dennoch blicken Betriebsleiter Rainer Kühne und Öffentlichkeitsmitarbeiter Bernd Schnabel insgesamt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Insgesamt wurden 218 000 Tonnen Abfälle angeliefert und verbrannt. Haupt-Mülllieferant ist weiterhin der Regionale Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien (Ravon). Im November wurde die dreimillionste Tonne Abfall angeliefert.

Diese Zahlen aus dem aktuellen Umweltbericht nannte der Betriebsleiter.

In dem alljährlich im März veröffentlichten Bericht listet das Unternehmen zudem die Ergebnisse der Emissionsmessungen aus dem Vorjahr auf. Wie Kühne berichtet, wurden die Schadstoffgrenzwerte beim Tagesmittelwert nur sieben Mal überschritten. Insbesondere bei Schwefeldioxid und bei Stickstoffdioxid war das der Fall. Der Betriebsleiter erklärt, wie das passieren kann: „Die Überschreitungen basieren im Wesentlichen auf Mülllieferungen mit kritischen Inhaltsstoffen, die uns gebracht wurden.“ Diese Problemsituation stelle sich seit Betriebsaufnahme immer wieder dar.

In der T.A. Lauta komme in der Regel an, was Bürger oder das Gewerbe in der Schwarzen Tonne entsorgen. In den Mülllieferungen befänden sich nach wie vor oft Kunststoffe, PVC oder Gipskartonplatten, die nicht dort hinein gehören, bemängelt Kühne. Beim Verbrennen dieser Stoffe komme es in der Regel zu den höheren Schadstoffausstößen. Der Betriebsleiter bittet deshalb Bürger und Gewerbetreibende um korrekte Mülltrennung.

Insgesamt sei die Bilanz der Höhe der Schadstoffausstöße jedoch, wie auch in den Vorjahren, umweltgerecht. „Wir liegen in allen gemessenen Werten deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten und erweisen uns damit weiter als zuverlässiger Partner in der Region“, so Kühne.

Das Unternehmen arbeite auch effizient. Die beiden Verbrennungslinien waren laut Kühne 7600 Stunden im Einsatz. Kühne berichtete aber auch, dass es 2017 zwei kleinere Brände in der Anlage gegeben hat. Ein Brand entstand beim Zerkleinern von Abfall in einem Behälter; der andere direkt bei der Abfallannahme, als sich brennbarer Abfall in einem Fahrzeug entzündet hatte. Diese Brände konnten jedoch mit eigenen Mitteln gelöscht werden.

Geld wurde wiederum auch in die Instandhaltung der Anlagen gesteckt. So wurde im Vorjahr der Stator, also der feststehende Ständer des Generators im Vorfeld, neu gefertigt und während des Revisionsstillstandes ausgetauscht. Umfangreiche Instandhaltungen gab es an beiden Kesseln, an den Krananlagen und in der Rauchgasreinigungsanlage.

Ein besonderes Jahr war 2017 für die derzeit 57 T.A.-Mitarbeitern allerdings auch, weil zu Jahresbeginn der Eigentümer wechselte. Vattenfall, als bisheriger Mehrheitseigner zog sich aus dem Unternehmen zurück und verkaufte seine Anteile von 74,9 Prozent an die Steag GmbH mit Sitz in Essen. Der Konzern, der als fünftgrößter Stromerzeuger in Deutschland gilt und bisher ein Viertel der Anteile der T.A. Lauta besaß, ist nun alleiniger Eigentümer. Dafür wurde eigens die Steag Waste to Energy GmbH gegründet.

Die T.A. Lauta musste sich diesbezüglich auf wesentliche Veränderungen im Inneren einstellen. „Den Wechsel haben wir mit unseren Mitarbeitern allerdings gut hinbekommen. Wir arbeiten uns weiter in die neuen Prozesse ein und optimieren diese“, erläutert Kühne.