Von Anja Guhlan

Genau ein ganzes Jahr steht nun die Aluminiumstele auf der Grünanlage „Am Ring“ in Lauta Nord. Die Stele, die vor allem die ehemaligen Lautawerker als Erinnerungsort an das ehemalige Aluminiumwerk Lauta, das einst das größte in Europa war, haben wollten, ist nun rückwirkend zum 1. Januar 2019 in das Eigentum der Stadt übergegangen. Die Seniorenakademie (Senak), die den Erinnerungsort initiiert und mit der Hilfe regionaler Firmen auch die Stele in die Realität umsetzen konnte, hat die Stadt Lauta um die Übernahme des Denkmals gebeten. Der Vorsitzende Siegfried Erler und die Vereinsmitglieder der Seniorenakademie sehen sich langfristig nicht in der Lage, diesen Erinnerungsort zu pflegen und zu unterhalten. Die Senak hat deshalb der Stadt eine entsprechende Vereinbarung zum Vermögensübergang angeboten. Die Seniorenakademie will kein Geld  für die rund 20 000 Euro teure Anlage, sondern möchte die Stele noch so lange wie möglich erhalten sehen. Doch allein mit den Vereinsmitgliedern schaffe man es nicht mehr.

Die Stadt übernimmt die Aluminumstele gerne in ihr Eigentum. Die Stadträte haben dem Vorhaben in der jüngsten Stadtratssitzung einstimmig zugestimmt. Die Senak ist mit dem Vermögensübergang an die Stadt von allen entsprechenden Rechten und Pflichten entbunden worden.

Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) erklärt: „Die ­Stele gehört zum geschichtlichen Erbe der Stadt und soll an das ehemalige Werk erinnern. Deshalb sind wir als Verwaltung gewillt, das Objekt in städtische Obhut zu übernehmen“, sagt Lehmann. Die Unterhaltungs- und Folgekosten, die nach Sicht der Verwaltung schwer abzuschätzen sind, halten sich laut dem Bürgermeister jedoch in Grenzen. Dauernde Aufwendungen sind nicht notwendig. Er hofft nur, dass die Stele vor Vandalismusschäden und vor allem vor Graffitis befreit bleibt. Unlängst hatten Unbekannte den Lauta-Schriftzug der Firma Münch am Eingang von Lauta mit hässlichen Zeichen beschmiert.

Stadträtin Elke Förster schlägt vor, an der Oberschule in Lauta eine Art Arbeitsgemeinschaft mit Schülern zu gründen, die sich mit der Geschichte  des ehemaligen Aluminiumwerkes in Lauta beschäftigen. „Vielleicht könnte  in Begleitung eines Geschichtslehrers die Geschichte so aufbereitet werden, dass Interesse besteht, auch die Erinnerungsorte an diese Geschichte für die Zukunft zu pflegen und zu erhalten“, erläutert Förster, die somit auch mögliche Vandalismusschäden  ausschließen möchte. Bürgermeister Frank Lehmann bedankte sich für diesen Vorschlag und möchte diesen bei der nächsten Gelegenheit an die Schulleitung herantragen.