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| 17:10 Uhr

Lauta
Lauta auf dem Weg zum Verweil-Ort

Bei „LR vor Ort“ in Lauta wurde miteinander diskutiert – über die Chancen der Stadt und die bestmögliche Traditionspflege der einzigartigen Industriegeschichte. Vorne im Podium: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (l.), Moderator Sascha Klein und Buchautorin Dr. Gabriele Schluttig.
Bei „LR vor Ort“ in Lauta wurde miteinander diskutiert – über die Chancen der Stadt und die bestmögliche Traditionspflege der einzigartigen Industriegeschichte. Vorne im Podium: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (l.), Moderator Sascha Klein und Buchautorin Dr. Gabriele Schluttig. FOTO: Anja Hummel / LR
Lauta. LR vor Ort: Lauta sieht sich als Brücke zwischen Dresden und dem Seenland. Diese Stärke soll künftig deutlich zu spüren sein. Ein Leitbild und die besondere Industriegeschichte sollen dabei helfen. Von Anja Hummel

Eine Bibliothek, ein kleines Museum, ein Infopunkt für Touristen, Vereinsräume – all das gebündelt an einem Ort in Lauta? „Die Chancen dafür stehen gut“, sagt Bürgermeister Frank Lehmann. Im Visier für ein neues Ortszentrum steht die ehemalige Nordschule direkt an B 96. Dort, so sagt Lehmann, „soll das städtische Leben pulsieren“. Ein Projekt, das er zunächst vorsichtig als „Fernziel“ betitelt.

Es ist nicht die einzige Zukunftsvision für die 8500-Einwohner-Stadt Lauta, über die am Dienstagabend auf der „LR vor Ort“-Veranstaltung im Lausitzer Technologiepark diskutiert wurde. Das Thema: „Zwischen Lautawerk und Leitbild - Wohin steuert Lauta?“. Moderator und Rundschau-Redakteur Sascha Klein begrüßte auf dem Podium neben Bürgermeister Frank Lehmann auch die Autorin des neuen Lauta-Buches, Dr. Gabriele Schluttig. Denn auch die bedeutende Historie des Industriestandortes war Thema an diesem Abend. Gut 60 Bürger waren dabei, als Frank Lehmann ankündigt: Noch in diesem Jahr soll der Startschuss für die Arbeit an einem Leitbild fallen. Denn die Stadt Lauta, die sich als „das grüne Tor zum Seenland“ versteht, will gezielt auf ihre Stärken und Vorzüge aufmerksam machen. Die Hoffnung: mehr Einwohner, mehr Wirtschaft, mehr Gäste. Gepunktet werden soll vor allem mit der spezielle Lage zwischen Dresdner Region und Lausitzer Seenland. „Wir haben eine besondere Brückenfunktion“, sagt Frank Lehmann. Die müsse vor allem auch touristisch genutzt werden. Die Entstehung eines Leitbildes für die Zukunft der Stadt aber sei ein Prozess, der Geld und Zeit koste. „Noch fahren die meisten nur durch den Ort hindurch“, resümiert Gabriele Schluttig. „Aber man muss den Leuten etwas anbieten, damit sie auch verweilen.“ Die Historie der Stadt könnte einen Beitrag dazu leisten.

Bei „LR vor Ort“ in Lauta wurde miteinander diskutiert – über die Chancen der Stadt und die bestmögliche Traditionspflege der einzigartigen Industriegeschichte. Vorne im Podium: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (l.), Moderator Sascha Klein und Buchautorin Dr. Gabriele Schluttig.
Bei „LR vor Ort“ in Lauta wurde miteinander diskutiert – über die Chancen der Stadt und die bestmögliche Traditionspflege der einzigartigen Industriegeschichte. Vorne im Podium: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (l.), Moderator Sascha Klein und Buchautorin Dr. Gabriele Schluttig. FOTO: Anja Hummel / LR

Denn bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war Lauta schon einmal europaweit bekannt – dank des stetig wachsenden Lautawerks. Im Oktober jährt sich die erste Aluminiumschmelze zum einhundertsten Mal. Ein Buch über diese Historie und die Gartenstadt hat Gabriele Schluttig zu Papier gebracht. Im Juni wird sie ihr Werk offiziell vorstellen. „Es geht nicht um reine Zahlen, sondern um die Geschichten der Menschen von damals“, erzählt die promovierte Chemikerin. Einer, der an das „Damals“ erinnern möchte, ist Siegfried Erler, Vorsitzender der Seniorenakademie Lauta (Senak). So will die Senak etwas schaffen, das das Stadtbild künftig prägen soll. „Wir möchten eine Stele aus Aluminium fertigen lassen und sie Am Ring in Lauta-Nord aufstellen“, sagt der 75-Jährige. Ein geeigneter Schmied ist gefunden, die Finanzen müssen noch geklärt werden. „Wir beantragen Fördermittel und sind sehr optimistisch“, sagt Erler. 25 000 Euro soll die Säule kosten. „Wenn alles gut läuft, wird die Stele am 17. Oktober eingeweiht.“ An jenem Tag also, als genau vor 100 Jahren die Alu-Produktion startete.

Engagierte Vereine wie die Senak seien genau das, was Lauta auch künftig brauche, sind sich die Akteure einig. Um die besondere Historie der Stadt weiterzugeben, aber auch um neue Impulse zu setzen. Das Leitbild soll nun genau das zusammenführen – damit Lauta vom Durchfahrtsort zum Verweil-Ziel wird.

FOTO: LR
Bei „LR vor Ort“ in Lauta wurde miteinander diskutiert – über die Chancen der Stadt und die bestmögliche Traditionspflege der einzigartigen Industriegeschichte.
Bei „LR vor Ort“ in Lauta wurde miteinander diskutiert – über die Chancen der Stadt und die bestmögliche Traditionspflege der einzigartigen Industriegeschichte. FOTO: Anja Hummel / LR