Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) will im Jahr 2020 insgesamt 1,4 Millionen Euro in die weitere touristische Erschließung der Seen und in eine bessere Infrastruktur investieren. „Unser wichtigstes und derzeit größtes Projekt wird der neue Wasserwanderrastplatz am Geierswalder See sein“, sagt Zweckverbands-Geschäftsführer Daniel Just. Knapp die Hälfte der Investitionssumme 2020 sei dafür veranschlagt.

Baustart am Geierswalder See im Sommer

Denn für dieses Projekt an der Südböschung bei Geierswalde soll voraussichtlich im Sommer offizieller Baustart sein, hofft Just. Allerdings liegt dann bereits eine mehrjährige Planungsphase mit teils erheblichen Anpassungen hinter dem Zweckverband. „Das war bis hierher ein steiniger Weg. Wir hoffen sehr, in diesem Jahr mit dem Baustart nun ein deutliches Zeichen für die Region setzen zu können“, erklärt er. Die Ausschreibung der Bauleistungen durch die LMBV sei derzeit für März geplant, eine Grundsteinlegung könnte demzufolge ab Spätsommer ins Auge gefasst werden.

Stellplätze für Caravan und Wasserwanderer mit Zelt

Der neue Wasserwanderrastplatz soll dem Geierswalder Seeufer ganz neues Gewicht verleihen. In direkter Nachbarschaft zum 2019 fertiggestellten Segel- und Inklusionszentrum des 1. Wassersportvereins Lausitzer Seenland wird ein modernes Multifunktionsgebäude samt Stellflächen für Caravan und Zelte, Bootsliegeplatz und einem Beladungssteg für die bereits vorhandene Bootseinlassstelle entstehen. Das zweigeschossige Funktionsgebäude werde sich architektonisch an die Bebauung im Umfeld anlehnen und soll neben Sanitärräumen für Camper und Wasserwanderer künftig auch das Büro des Hafenmeisters sowie den Stützpunkt der länderübergreifenden Wasserschutzpolizei beherbergen. Außerdem sind auf dem Areal auch 12 Stellplätze für Wohnmobile, Wohnanhänger oder Caravan und 12 Stellflächen für Zelte vorgesehen.

„Die Finanzierung ist mit Hilfe von Paragraph 4-Mitteln aus dem aktuellen Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung gesichert“, bestätigt Verbands-Geschäftsführer Daniel Just. Auch die notwendigen Eigenmittel hat der Zweckverband seit langem sicher. Die Umsetzung der Investition erfolgt wie die bisherige Planung im Auftrag des Zweckverbandes durch die LMBV.

Schiffsanleger am Seeufer von Geierswalde wird optimiert

Eine zweite Investition für dieses Jahr findet ebenfalls am Geierswalder See statt. Noch vor Beginn der Wassersportsaison 2020 soll der Schiffsanleger bei Geierswalde baulich optimiert werden. Durch die anstehenden Maßnahmen werden die im Laufe der Nutzung aufgetretenen Probleme an dieser schwimmenden Anlage abgestellt. „Die nötigen Umbauten werden nach Aussage der LMBV bis spätestens Mitte April abgeschlossen sein“, so Daniel Just. Unter anderem werde ein Podest installiert, auf dem das Schiffspersonal des Fahrgastschiffes sicherer vom Boot auf den Steg übertreten kann. Korrosionsschutz für die Dalben stehe ebenfalls im Plan.

Von der Autobahn ins Lausitzer Seenland geleitet

Vorwärts kommen will der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen in diesem Jahr unbedingt auch beim Wegeleitsystem für den motorisierten Verkehr. Schon seit dem vergangenen Jahr harrt die im Seenland so dringend herbeigesehnte amtliche Ausschilderung an Autobahnen und Bundesstraßen ihrer Genehmigung. Mehrere große Behörden müssen dafür grünes Licht geben – und das dauert länger als den Touristikern im Seenland lieb ist. Zweckverbands-Geschäftsführer Daniel Just hofft nun jedoch, dass noch 2020 mit der Umsetzung begonnen werden kann.

Neuer Flyer zur Schiffbarkeit im Lausitzer Seenland

Ebenfalls auf der Agenda für 2020 steht die Veröffentlichung eines aktualisierten Flyers „Schiffbarkeit im Lausitzer Seenland“. Den Flyer wollen beide Zweckverbände in Sachsen und Brandenburg gemeinsam herausgeben. „Darin wird auf die bestehende Rechtslage verwiesen und in Auszügen dargestellt, mit welchen Booten man auf welchen Gewässern und durch welche Kanäle fahren darf“, erklärt Just. Damit werde den Wassersportlern im Lausitzer Seenland über deren eigene Informationspflicht hinaus größere Sicherheit gegeben, was wo erlaubt ist und was nicht.

Zwei neue Landmarken sollen entstehen

Für die sächsischen Teile des ­Seenlandes sollen zudem weitere Planungen forciert werden, kündigt der Zweckverbands-Geschäftsführer an. Fest im Blick habe man beispielsweise die Entwurfsplanung für die neuen Landmarken am Westufer des Scheibe-Sees und am Blunodamm. Dort sollen zwei jeweils 34 Meter hohe Aussichtstürme gebaut werden.

Entscheidend vorankommen will der Zweckverband auch bei den vorbereitenden Planungen für die weitere Entwicklung des Koschendamms. Daniel Just: „Hier wollen wir in diesem Jahr gemeinsam mit der Gemeinde Elsterheide zunächst einen Bebauungsplan auf den Weg bringen. Der Aufstellungsbeschluss wurde bereits im Dezember des letzten Jahres vom Gemeinderat gefasst.“ Auf dem Koschendamm sind laut einem Masterplan unter anderem ein neuer Strand sowie eine Ferienhaussiedlung geplant.