ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:40 Uhr

Bergbausanierung
Sanierer sichern gefährliche Brunnen

 Die Filterbrunnen werden mit einer speziellen Lösung verwahrt und damit sicher gemacht.
Die Filterbrunnen werden mit einer speziellen Lösung verwahrt und damit sicher gemacht. FOTO: LMBV
Senftenberg. Die rund 20 000 Bohrlöcher in den alten Tagebauen werden nach und nach verfüllt. Ohne diese Form der „Verwahrung“ würde Einsturzgefahr drohen. Von Torsten Richter-Zippack

Mehr als 20 000 Filterbrunnen gibt es in den Lausitzer Alttagebauen. Dabei handelt es sich um Bohrlöcher, die entweder im oder unter dem Grundwasser enden. Sie dienten einst zur Wasserförderung mittels Pumpen. Nur deshalb war es möglich, den Abraum über der Braunkohle und die Kohle selbst trockenen Fußes zu fördern.

Längst wird der Großteil der Filterbrunnen nicht mehr benötigt. Denn die meisten Tagebaue im Lausitzer Revier sind während der 1990er-Jahre ausgelaufen oder wurden vorzeitig geschlossen. So braucht das Wasser nicht mehr künstlich niedrig gehalten werden. Anders gesagt: Die Filterbrunnen sind funktionslos geworden. Sie müssen aber sicher verwahrt werden. Anderenfalls können die Anlagen einbrechen und die Sicherheit gefährden. „Deshalb müssen die Brunnen gesichert beziehungsweise verwahrt werden“, erklärt Uwe Steinhuber von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Die LMBV ist für die Sicherung  der Tagebaue aus DDR-Zeiten zuständig.

Das Hauptproblem bildet das ansteigende Grundwasser.  Vor allem Filterbrunnen in lockeren Bereichen, beispielsweise in Kippen, können zu Setzungen, Sackungen und im Extremfall zu Geländeeinbrüchen führen. Für einen Passanten kann dies durchaus Lebensgefahr bedeuten.

„Wir haben in unseren Bereichen bislang rund ein Viertel der 20 000 Filterbrunnen sicher verwahrt beziehungsweise gesichert“, sagt Uwe Steinhuber. Somit warten noch 15 000 dieser Anlagen auf ihre Bearbeitung. Dabei werde die Verwahrung und Sicherung jedes Brunnens einzeln geplant und die Umsetzung begleitet. Letztlich erfolgt die Sicherung der Anlagen durch diverse Tone oder ähnliche Stoffe. Diese Substanzen, zu denen auch Kraftwerksasche gehören kann, gelangen durch das offene Filterrohr ins Brunneninnere und sorgen dort für dauerhafte Stabilität.

Derzeit werden Filterbrunnen unter anderem am Sedlitzer See, am Partwitzer See, am Großräschener See, am Grenzschlauch Kostebrau des Tagebaus Klettwitz sowie in den Altbergbaubereichen der Gruben Welzow-Süd und Nochten verwahrt. Manchmal müssen die Anlagen auch unter Wasser gesichert werden. So ist es im vergangenen Winter im Geierswalder und im Partwitzer See passiert. Dort hatte die LMBV insgesamt 19 Brunnen in den ufernahen Zonen durch eine Spezialfirma verschließen lassen. Die Arbeiten wurden damals bis in eine Tiefe von 3,50 Meter ausgeführt. Dabei kamen Spezialtechnik und Taucher zum Einsatz.

Die Lausitz Energie Aktiengesellschaft (Leag) nennt in ihren vier aktiven Tagebauen Welzow-Süd, Jänschwalde, Nochten und Reichwalde insgesamt 3000 Filterbrunnen ihr Eigen. Diese fördern Unternehmensangaben zufolge rund 370 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr. Gut zwei Drittel dieser Menge werden wieder in den lokalen und regionalen Wasserkreislauf eingespeist. Der übrige Teil dient der Dampferzeugung in den Kraftwerken sowie zur Bereitstellung von Kühlwasser. Die Tagebaubereiche, so heißt es von der Leag, werden nur soweit entwässert, wie es die geotechnische Sicherheit erfordere.