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"Lausitzer Raclette" begeistert in Berlin

Tobias Kockert präsentiert sein "Lausitzer Raclette" mit speziellem Heidekornkäse auf der Grünen Woche.
Tobias Kockert präsentiert sein "Lausitzer Raclette" mit speziellem Heidekornkäse auf der Grünen Woche. FOTO: ab
Berlin/Wittichenau. Gucken, wie es ankommt – das war es, was Tobias Kockert auf der Grünen Woche mit seinem neuartigen "Lausitzer Raclette" vor hatte. Sein Fazit: "Wir waren erfolgreich. ahu/ab

" Der Geschäftsführer der Krabat-Milchwelt in Kotten verköstigte am Montag zahlreiche Besucher der Berliner Genuss-Messe mit dem neu entwickelten Käse zum Raclette. Das Besondere daran: er besteht aus Heidekornkäse mit Buchweizen. "Das schmeckt besonders herzhaft", so kockert. Allein der intensive Duft lockte die Besucher schon von weitem an den Milchwelt-Stand. Und so ließen es sich auch Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) und Landrat Michael Harig (CDU) nicht nehmen, den zartschmelzenden Käse auf ihrer Runde durch die Sachsenhalle zu kosten. Weil das "Lausitzer Raclette" so gut ankam, plant Tobias Kockert, den Käse nun regelmäßig "auf größeren Veranstaltungen und Messen anzubieten".

Doch nicht nur für die Geschmacksnerven leistete der Vizepräsident des Sächsischen Bauernverbandes seinen Dienst: "Wir Bauern sollten mit Qualität werben und nicht mit Dumpingpreisen", sagt Kockert, der mit seiner Präsenz gleichwohl zeigte, dass Milch nicht aus dem Tetrapack kommt. "Wir wollen Berliner einladen, sich in der Milchwelt anzuschauen, wie moderne Landwirtschaft funktioniert und dass es unseren 300 Kühen sehr gut geht."

Dass dies überhaupt noch so gut funktioniere, sei alles andere als selbstverständlich. Denn für die Landwirtschaft war 2016 "ein sehr schwieriges Jahr". So sei durch den niedrigen Milchpreis sehr viel Eigenkapital verloren gegangen. "Wir haben uns trotzdem dafür entschieden, die Milchproduktion erst einmal weiterzubetreiben", sagt der Geschäftsführer. Denn ohne Milch keine Kühe. Und ohne Kühe kein Dünger für Pflanzenproduktion und Biogasanlage. Das würde die Kreislaufwirtschaft, für die das Unternehmen steht, ins Wanken bringen. Um sich "zumindest etwas unabhängiger von den Strompreisen zu machen", soll noch in diesem Jahr eine Photovoltaikanlage auf der Allee montiert werden.

Was die Milchproduktion betrifft, bleibe es auch 2017 "spannend".