"Ich gehe mit einem guten Gefühl, weil ich weiß, dass hier im Unternehmen alles so weitergeht wie bisher", sagt Hubert Solibieda, der nach der Neugründung der Lausitzer Ölmühle im Jahr 2010 gemeinsam mit Regine Jorga die Leitung der Geschäfte übernommen hatte. Fast 40 Jahre gehört der Geierswalder zur Mühlen-Mannschaft. Er hat den Betrieb zwölf Jahre in der DDR, dann nach der Wende und schließlich selbst als Chef begleitet. Die Zeiten seien "schön, schöner, am schönsten" gewesen, kommentiert Solibieda mit einem Lachen. Auch wenn die Jahre als Geschäftsführer bei Weitem nicht die einfachsten gewesen seien, so waren sie doch die schönste Zeit, bilanziert Solibieda, der in jungen Jahren Schlosser gelernt und später Plast- und Elastverarbeitung studiert hat.

Gemeinsam mit Regine Jorga hat Hubert Solibieda das traditionsreiche Unternehmen in den vergangenen Jahren auf stabile Beine gestellt. "Wir sind ein eingespieltes Team", sagt Regine Jorga. Er kümmerte sich um die Technik, sie hatte die Zahlen im Blick. "Ich habe bereits im vorigen Jahr Stück für Stück die Aufgaben von Hubert Solibieda mit übernommen, um einen reibungslosen Übergang zu schaffen", erklärt die Geschäftsführerin. Sie habe sich vor allem viele technische Kenntnisse angeeignet. Perspektivisch suche das Unternehmen zwar einen technischen Leiter, die Geschäftsführung soll künftig aber solo in den Händen von Regine Jorga liegen.

Der bisherige solide Wachstumskurs des Unternehmens soll fortgesetzt werden. Die Anzahl der Beschäftigten ist 2014 erneut um zwei auf nun 15 Mitarbeiter gewachsen. Der Umsatz hat ebenfalls zugelegt von rund 1,35 Millionen Euro im Jahr 2013 auf etwa 1,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Gründe für das Plus gibt es Regine Jorga zufolge mehrere: Ein Großkunde aus Cottbus habe seine Abnahmemenge für Leinöl erhöht. Auch die neuen Produkte wie das ungefilterte Leinöl, das die Mühle 2013 auf den Markt gebracht hat, und die Lausitzer Creme, die seit vorigem Jahr erhältlich ist, sorgen für steigenden Absatz, wie die Geschäftsführerin erklärt. Außerdem könne die Ölmühle zunehmend größere Mengen an Leinöl und Saatschrot als Futtermittel für Pferde vermarkten. "Auch der Verkauf über den Online-Shop hat zugenommen. Es gibt viele, die unsere Produkte probieren, aber auch treue Stammkunden, die immer wieder bestellen", sagt Regine Jorga.

Angesichts der positiven Zahlen blickt die Geschäftsleitung optimistisch in die Zukunft. "Ich denke noch lange nicht an den Ruhestand. Solange ich gesund bleibe, werde ich den Betrieb weiterführen", sagt die Hoyerswerdaerin.