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Lausitzer Händler suchen Fachkräfte und Azubis

Cottbus/Dresden. Mehr als jedes zweite Unternehmen in Brandenburg (62 Prozent) sorgt sich um den Fachkräftenachwuchs. Das geht aus Konjunkturumfragen der IHK hervor. red/moe

In Sachsen ist die Situation nur scheinbar etwas entspannter. Hier suchen 49 Prozent der Unternehmen händeringend Nachwuchs. Davon betroffen ist auch der Handel.

Bereits in der Konjunkturumfrage Herbst 2016 hatten Handelsunternehmen aus dem Kammerbezirk Cottbus (IHK) signalisiert, dass sie offene Stellen schon längerfristig nicht neu besetzen können, weil Fachkräfte fehlen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass es vor allem an Verkäuferinnen und Einzelhandelskaufleuten fehlt.

Die IHK Cottbus hatte nachgefragt, für welches Qualifikationsniveau die Unternehmen ohne Erfolg neue Arbeitskräfte suchen. Ergebnis: 58 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Handel gaben an, dass schon Lehrlinge in der dualen Berufsausbildung fehlen. 29 Prozent signalisierten, dass sie dringend Fachwirte suchen und diese Stellen unbesetzt bleiben, weil es keine geeigneten Bewerber gibt. 19 Prozent der befragten Unternehmen finden nicht einmal Mitarbeiter ohne abgeschlossene Berufsausbildung. 16 Prozent suchten ohne Erfolg Absolventen mit Fachschul- oder Hochschulabschluss zur Besetzung höher qualifizierter Stellen, beispielsweise das Center-Management. Bundesweit sind viele offene Stellen im Einzelhandel unbesetzt. Das berichtet der Handelsverband HDE unter Bezugnahme auf die Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach haben Unternehmen aus dem Bereich Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) im Juli 2017 insgesamt 44 203 offene Stellen bei der Bundesagentur gemeldet. Das waren 16,3 Prozent mehr als im Vorjahr und knapp sechs Prozent aller bundesweit gemeldeten unbesetzten Arbeitsplätze. Über alle Wirtschaftszweige hinweg waren im Juli 2016 bundesweit 750 346 offene Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Das entspricht einem Zuwachs von 11,3 Prozent.