Von Elvira Hantschke

Die Teichwirtschaft Karsten Ringpfeil hat zum Schaufischen an den Großen Ballackteich bei Litschen eingeladen. Die Besucher durften mehrere Fischzüge bestaunen. Etwas Geduld mussten die Gäste aber mitbringen. Teilweise waren die Schlangen, um ein Karpfenschnitzel, eine Fischbratwurst, eine gegrillte Forelle oder eine Fischsuppe zu bekommen, recht lang.

Besondere Aufmerksamkeit zogen zwei große Welse auf sich. Sie tummelten sich in einem großen Wasserbecken, jeder Wels knapp zwei Meter lang. „Sie wiegen jeweils 60 bis 70 Kilogramm“, schätzte Hobbyangler Maik Neubert. Neubert versuchte mit Kraft und Geschick, eines der Tiere anzuheben. Die Zuschauer erfuhren, dass so ein Wels bis drei Meter Länge messen kann, ein Raubfisch ist, und Zähne wie eine Art grobes Schleifpapier hat.

An einem weiteren Wasserbecken gab es für die jüngsten Besucher eine Art Streichelzoo. Die Kinder gingen vorsichtig mit den Fischen um.

Karsten Ringpfeil, Inhaber der gleichnamigen Teichwirtschaft, zog indes ein durchwachsenes Saisonresümee. Hauptgrund bildete die erneute monatelange Trockenheit. „Einfach war es mit Sicherheit nicht“, sagte Ringpfeil. Immerhin haben die Teiche verschiedene Zuläufe. So lief es mit der Kleinen Spree noch ganz gut, beim Zulauf des Schwarzwassers war es kritischer. „Das genaue Ergebnis der Ernte werden wir erst in den nächsten Tagen genau kennen.“

Die Teichwirtschaft Ringpfeil zählt zu den fünf größten ihrer Art in Sachsens. Bewirtschaftet werden nach sehr langer Tradition derzeit 52 naturbelassene Teiche mit einer Wasserfläche von rund 380 Hektar. Vom Laichfisch bis hin zu fertigen Satz- und Speisefischen werden verschiedene Süßwasserfische aufgezogen. Dabei ist der Karpfen neben Schleien, Hechten, Zandern, Welsen und Barschen die Hauptfischart.

Seit dem Jahr 2013 ist Karsten Ringpfeil der Chef des Familienbetriebes. Bereits seit 2001 arbeitet er nach abgeschlossenem Fischereistudium im Unternehmen seines Vaters Uwe Ringpfeil mit, dessen Großvater im Jahr 1930 mit der Bewirtschaftung von Teichen begann. Eine lange Familientradition also. Einige der Teiche sind weit über hundert Jahre alt. Sie wurden einst von Mönchen und Gutsherren in feuchten Wiesensenken aus Gründen der Fischzucht angelegt.