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Lausitzer Druckhaus produziert nicht mehr

Zwei in einem Haus: Während das Lausitzer Druckhaus seinen Geschäftsbetrieb eingestellt hat, produziert die Digitaldruckerei Schleppers unverändert weiter.
Zwei in einem Haus: Während das Lausitzer Druckhaus seinen Geschäftsbetrieb eingestellt hat, produziert die Digitaldruckerei Schleppers unverändert weiter. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Bautzen. Die Lausitzer Druckhaus GmbH hat den Geschäftsbetrieb eingestellt. Damit haben sich die Hoffnungen auf Fortbestand des insolventen Unternehmens zerschlagen. ume1

Wie Insolvenzverwalter Martin Dietrich mitteilt, seien "die vielen Gespräche mit Investoren und Interessenten ohne Ergebnis geblieben." Die etwa 50 Mitarbeiter erhalten fristgerechte Kündigungen.

Damit endet die fast 450-jährige Geschichte des klassischen Druckwesens in Bautzen. Sie war im Jahr 1574 durch die damalige "sorbische Druckerei" begründet worden, in deren Tradition sich das Lausitzer Druckhaus sah. Anfangs schien es, als könne das Unternehmen die Krise aus eigener Kraft meistern: "Aufgrund bestehender Überkapazitäten ist das Lausitzer Druckhaus in kurzfristige finanzielle Turbulenzen geraten", hatte Dietrich Anfang Juli mitgeteilt. Damals hatte das Amtsgericht Dresden soeben dem Antrag auf "eigenverwaltete Insolvenz" stattgegeben. Der Anwalt selbst fungierte zu diesem Zeitpunkt als "Sachwalter", der das Unternehmen durch die Neuorganisation begleiten sollte. Mit im Boot saß der als "Sanierungsexperte" bekannte Dresdner Rechtsanwalt Thomas Mulansky, der in der eigenverwalteten Insolvenz ein "Indiz für die gute Perspektive der Firma" sah. Allerdings warnte Mulansky bereits damals: "Die Umsatzsteigerungen bleiben unter den Prognosen."

Dies hat sich nunmehr auf dramatische Weise bestätigt, sodass sich Dietrich gezwungen sah, die Reißleine zu ziehen.

Allerdings steht die Druckerei in Bautzen nicht völlig vor dem Aus: Die eng mit dem Lausitzer Druckhaus verbundene Digitaldruckerei Schleppers GmbH erhält ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt aufrecht. "Sie ist von der Insolvenz der Lausitzer Druckhaus GmbH nicht betroffen. Wir sind ein eigenständiges Unternehmen", teilt Betriebsleiter Heinrich Schleppers mit. Unklar ist die Zukunft des Bischofswerdaer Standortes, der aus einer einstmals eigenständigen Firma mit Spezialisierung auf Lasergravur hervorgegangen war.

Den nach der Übernahme der Maxroi GmbH entstandenen Görlitzer Standort hatte das Lausitzer Druckhaus bereits im Frühjahr aufgegeben.