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| 18:08 Uhr

Laubuscher Sommermärchen

Laubusch.. Ein fast schon vergessenes Objekt ist in Laubusch wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Günter Schmidt möchte dafür sorgen, dass der Märchenbrunnen in der heutigen Mittelschule bald wieder Wasser führt. Eine Aufgabe, die freilich von ihm nicht im Alleingang zu lösen ist. Von Sven Hering

Es ist keine Schule wie jede andere: Am 18. Oktober 1923 wurde in der jungen Bergarbeitergemeinde Grube Erika, als erstes zentrales Gebäude am Markt, ein imposantes Gebäude seiner Bestimmung übergeben. Die Bauzeit betrug zwei Jahre. Aus den Dachluken ragten zur Eröffnung die Fahnenmasten, geschmückt mit den lausitzer, preußischen und deutschen Farben, so haben es die Nachforschungen des Laubuscher Hobbyhistorikers Manfred Koch ergeben.
In einem Ausbau zur Schulhofseite hin befindet sich im unteren Flur der Märchenbrunnen mit der zentralen Gruppe „Hans im Glück“ . An Wand- und Deckenflächen waren Szenen weiterer bekannter Sagen und Märchen dargestellt. Mit diesem Schulbau, so Koch, habe sich die Ilse Bergbau AG und ihr Architekt Kleffel ein bleibendes Denkmal gesetzt.
Gerade der Märchenbrunnen hat die letzten Jahrzehnte allerdings nicht schadlos überstanden. Wasser sprudelt hier schon lange nicht mehr. „Doch die Grundsubstanz“ , so hofft Günther Schmidt, „ist noch erhalten.“ In den letzten Jahren sei der Raum durch ein Gitter versperrt gewesen. Möglicherweise ein Glücksfall, denn sonst würde der Brunnen wohl ein noch trostloseres Dasein fristen.
Schmidts Visionen: Der Brunnen soll bald wieder Wasser spenden. „Die Armaturen müssen auf jeden Fall ausgetauscht werden, über das Innenleben wissen wir erst mehr, wenn der Brunnen abgetragen wurde.“ Ein Ofenbaumeister aus Kamenz habe sich das gute Stück bereits angeschaut. Technisch sei die Sanierung durchaus machbar.
Rund 3000 Euro, so ein erster grober Überschlag, würde die Rekonstruktion wohl kosten. Günter Schmidt glaubt, dass das Vorhaben nicht an diesem Punkt scheitern sollte. Ein Teil der Gelder könnte durch Spenden akquiriert werden, der Rest müsste über den städtischen Haushalt laufen.
Sei diese wohl größte Hürde genommen, stünde der Wiederinbetriebnahme des Brunnens nichts mehr im Wege. Und in Laubusch, so Günter Schmidt, würde sich zumindest ein kleines Märchen erfüllen.