Immerhin rund 50 000 Euro lässt die Kirchengemeinde sich diese Arbeiten kosten. "Damit haben wir alle Rücklagen aufgebraucht”, ist von Pfarrer Gerd Simmank zu erfahren. Knapp 40000 Euro werden allein für die Orgel benötigt. An der wird seit Ende Juni gewerkelt, wobei die Orgel-Experten reichlich zu tun hatten und nach wie vor noch haben. Zuerst einmal mussten die insgesamt 1474 Pfeifen ausgebaut und gesäubert werden. Dabei halfen Mitglieder der Kirchengemeinde und der Pfarrer selbst mit, um Kosten zu sparen. Inzwischen sind die Pfeifen wieder eingebaut und diverse Rekonstruktionsarbeiten erledigt. Von Mitarbeitern der Orgelbau-Firma Ekkehart Groß aus Waditz bei Bautzen muss jede einzelne Pfeife neu intoniert werden. Das alles geschieht mit Liebe zum Detail in Handarbeit und ist daher auch so kostenintensiv.

Pfarrer Gerd Simmank ist dankbar für die Spenden, die nach seinem öffentlichen Aufruf zur Unterstützung der Orgel-Rekonstruktion eingegangen sind. Es handelt sich um einen Betrag von rund 5 000 Euro. Eine größere Spende habe das Unternehmen Vitrinen- und Glasbau Reier aus Lauta beigesteuert, wie er sagt. Alles andere waren Summen zwischen fünf und 500 Euro. Gespendet haben dabei nicht nur Mitglieder der Kirchengemeinde, sondern auch "sehr viele, die nicht der Kirche angehören”, freut sich der Pfarrer über die große öffentliche Anteilnahme.

Die Kirchengemeinde musste fast ohne öffentliche Gelder auskommen, wie Gerd Simmank sagt. Die einzigen Zuschüsse waren 5 000 Euro aus dem Kollektenfonds für Orgelrestaurierungen von der Union Evangelischer Kirchen sowie die am gestrigen Tag eingegangenen 100 Euro aus dem Verfügungsfonds des Ortschaftsrates Laubusch.

Von der Stadt Lauta wurde nichts beigesteuert, was der Pfarrer bedauert, denn die Orgel-Rekonstruktion und Kirchen-Renovierung sei auch als ein Zeichen gegen den Trend der Entvölkerung sowie des gesellschaftlichen und sozialen Absturzes, unter dem kaum ein anderer Ort seit der Wende so zu leiden hatte wie Laubusch, zu verstehen.

Bürgermeister Hellfried Ruhland vermag hier allerdings kein Versäumnis der Stadt zu erkennen. Es gab aber im konkreten Fall keinen Antrag der Kirchengemeinde auf einen Zuschuss durch die Stadt. Eine Unterstützung der Laubuscher Kirche sei möglich. Voraussetzung ist aber ein entsprechender Antrag.

Übrigens: Der Gottesdienst zur Wieder-Indienstnahme von Kirche und Orgel in Laubusch findet am 29. November um 18 Uhr statt - und damit fast auf den Tag genau 70 Jahre nach der Weihe von Kirche und Orgel am 1. Advent 1938.