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| 19:22 Uhr

Laubusch
Jubiläums-Schießscheibe findet den Weg ins Heimatmuseum

Der Vorsitzende des Laubuscher Heimatvereins Manfred Koch präsentiert die historische Schießscheibe aus dem Jahr 1938 gerne. Sie ist nun Bestandteil des historischen Fundus im Heimatmuseum.
Der Vorsitzende des Laubuscher Heimatvereins Manfred Koch präsentiert die historische Schießscheibe aus dem Jahr 1938 gerne. Sie ist nun Bestandteil des historischen Fundus im Heimatmuseum. FOTO: Anja Guhlan
Laubusch. Der Laubuscher Heimatverein erhält voller Stolz eine historische Schießscheibe aus dem Jahr 1938 – damals als die Ilse Bergbau AG ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Von Anja Guhlan

Die hölzerne Schießscheibe vom 26. Juni 1938, die  auf dem Bild in der Mitte die einst qualmende Brikettfabrik in Laubusch zeigt, ist in einem gut erhaltenden Zustand, freut sich Manfred Koch, der Vorsitzende des Laubuscher Heimatvereins. Der Hoyerswerdaer Peter Fründ hat sie vor mehr als 20 Jahren beim Reparieren des Daches  seines damals neu erworbenen Hauses  in Hoyerswerda entdeckt. Den Schützenkönig Alfred Scholz, der als damaliger Laubuscher Einwohner die Schießscheibe 1938 von der Schützengesellschaft Grube Erika  erhalten hatte, kannte Peter Fründ noch persönlich. „Damals wusste ich jedoch noch nicht, dass er Schütze gewesen ist und 1938 Schützenkönig in Laubusch wurde“, bemerkt Peter Fründ. Er selbst sei sehr heimatverbunden und historisch interessiert, deshalb habe er die Scheibe auch erst einmal behalten wollen und in seiner Werkstatt gut platziert. „Später wollte ich diese historische Schießscheibe der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ich hatte einst in der Energiefabrik  Knappenrode angefragt, aber da hatte man kein Interesse“, bedauert Fründ.

Doch per Zufall entdeckte er in diesem Jahr das Heimatmuseum in Laubusch. Er fuhr  am Tag des offenen Denkmals dorthin und stieß auf offene Ohren. „Wir waren recht überrascht über das Angebot dieser Schießscheibe“, erinnert sich Manfred Koch. Doch an solch ein historisches Unikat kommt der Verein bestimmt kein zweites Mal.  Also erwarb der Heimatverein mit der finanziellen Unterstützung des Laubuscher Ortschaftsrates die Schießscheibe für einen kleinen dreistelligen Betrag. Die Schießscheibe wird nun in unmittelbarer  Nähe einer anderen Ehrenschießscheibe platziert. „Die bereits vorhandene Scheibe stammt ebenfalls aus dem Jahr 1938 und war dem  stellvertretenden Werksleiter Wilhelm Weinandt gewidmet, der 1938 aus Altersgründen aus der Ilse Bergbau AG ausschied und  nach Berlin verzog“, erklärt Koch. Die Ehrenschießscheibe ist aber in einem wirklich bedenklich desolaten Zustand. „Eigentlich müssten wir diese Scheibe restaurieren lassen, aber momentan fehlt uns dazu das nötige Geld“, bedauert Koch.  

Nun im Besitz einer Schießscheibe eines damaligen Schützenkönigs zu sein, erfreut den Verein umso mehr. Laut der Überlieferungen hatte die damalige Schützengesellschaft Grube Erika jedes Jahr ein Schützenfest auf dem ehemaligen Schützenplatz, der damals wohl hinter der Kolonie in Richtung Lauta-Nord lag, gefeiert. Einige Fotos  der damaligen Schützengesellschaft  sind derzeit gerade Teil einer Sonderausstellung, in der auch über das einstige Vereins- und  Freizeitleben im Ort Laubusch geforscht wurde. Manfred  Koch versprach Peter Fründ während der Übergabe, gut auf das Unikat aufzupassen.  Peter Fründ ist froh, dass die Scheibe nun im Laubuscher Heimatverein  wieder an den Ort kommt, wo  sie einst herkam.