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| 18:01 Uhr

Idee „Lausitzer Gartenstadt 2030“
Laubusch: Start für Modellprojekt

 Die drei Initiatoren der Idee „Lausitzer Gartenstadt 2030“: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann, Lautech-Geschäftsführerin Kathrin Schlesinger und Berater Mathias Priebe (v.l.). Sie wollen jetzt einen Ort für das „Konzepthaus Erika“ finden.
Die drei Initiatoren der Idee „Lausitzer Gartenstadt 2030“: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann, Lautech-Geschäftsführerin Kathrin Schlesinger und Berater Mathias Priebe (v.l.). Sie wollen jetzt einen Ort für das „Konzepthaus Erika“ finden. FOTO: LR / Sascha Klein
Laubusch. Das Ziel ist ambitioniert: die Vision einer „Lausitzer Gartenstadt 2030“ in Laubusch. Für die Initiatoren beginnt jetzt die Umsetzung. Von Sascha Klein

Das Ziel steht: Bis zum Jahr 2025 soll die Gartenstadt Erika in Laubusch zu einer modernen Modellsiedlung ausgebaut werden. Die Initiatoren hoffen, dass sogar schon im Jahr 2023 die ersten Möbelwagen in Laubusch anrollen. Sie sollen die Einrichtung neuer Bewohner bringen. Ob das Mieter oder Eigentümer sind, das ist noch offen.

Offen ist auch noch der Prozess, wie Laubusch in den kommenden Jahren wieder aufblühen soll. „Wir stehen am Anfang eines langen Weges“, sagt Lautas Bürgermeister Frank Lehmann am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts im Laubuscher Kulturhaus. An seiner Seite sind die beiden anderen Beteiligten der Wettbewerbserfolges: Kathrin Schlesinger, Geschäftsführerin der Lautech, und Berater Mathias Priebe aus Lauta. Ihr Projekt hat beim „Simul Ideenwettbewerb“, einer Initiative des Sächsischen Umweltministeriums, überzeugt. Das Ergebnis: Lauta erhält für seine Vorhaben 415 000 Euro.

 Laubusch: Die Litfaßsäule weist an der Hauptstraße auf die Gartenstadt Erika hin.
Laubusch: Die Litfaßsäule weist an der Hauptstraße auf die Gartenstadt Erika hin. FOTO: LR / Sascha Klein

Die Initiatoren wollen, gemeinsam mit den Laubuschern, Wohnungsunternehmen, Stadträten, Unternehmern und der Verwaltung, in den kommenden zwei Jahren ein Konzept entwickeln, wie Laubusch sein verstaubtes Image ablegen und zu einer modernen Wohnsiedlung werden kann. Das Ziel lautet: eine Vision der „Lausitzer Gartenstadt 2030“ zu entwickeln.

Konzepthaus wird gesucht

Zentraler Punkt soll das „Konzepthaus Erika“ werden – ein Treffpunkt, an dem das Gestern, das Heute und das Morgen Laubuschs gezeigt wird. Das Haus soll als eine Art Projektwerkstatt dienen. Dafür will die Stadtverwaltung ein leeres Haus in Laubusch anmieten. Erste Gespräche zwischen Lautas Bürgermeister Frank Lehmann und der Vorstandsvorsitzenden der Wohnungsgesellschaft Laubusch, Kerstin Sauer, finden dieser Tage statt. In einigen Wochen könnte feststehen, um welches Haus es sich handelt.

 Die Siedlung „Erika“ ist parallel zur Brikettfabrik in Laubusch vor rund 100 Jahren entstanden.
Die Siedlung „Erika“ ist parallel zur Brikettfabrik in Laubusch vor rund 100 Jahren entstanden. FOTO: LR / Sascha Klein

In diesem Haus sollen sowohl Laubuscher als auch Kreativleute und Fachplaner ein- und ausgehen und über die Zukunft der Gartenstadt Erika fachsimpeln. „Lasst uns die Siedlung zur Werkssiedlung für Bosch, Akkumotive und BASF machen“, sagt Berater Mathias Priebe. Wie das funktionieren soll? Im Konzepthaus sollen zukunftsfähige Modelle entwickelt werden, wie die Siedlung durch Sanierung und Neubau spannend für Laubuscher und Auswärtige werden kann. Herausforderung wird sein, die Wünsche möglicher Neu-Bürger zu ermitteln und ausreichend Raum für Neubauten zu schaffen.

Enger Zeitplan

Die kleine Initiatorengruppe um den Bürgermeister hat sich einen engen Zeitrahmen gegeben. Im Mai 2019 soll das Projekt offiziell starten. Schon im Oktober 2019 soll es eine Gesamtkonzeption für eine „Lausitzer Gartenstadt 2030“ geben. Im November 2019 soll der Städtebauliche Wettbewerb gestartet werden, aus dem hervorgehen soll, wie und was künftig in Laubusch gebaut werden kann und soll. Bürgermeister Lehmann ist davon überzeugt, dass die Stadt Lauta dieses Projekt genau im richtigen Moment anstößt. Durch die Strukturwandel-Debatte würden Projekte zum zukunftsfähigen Wohnen gesucht. Lauta und Laubusch sollen dann eine Antwort parat haben.

Bewusst ohne festes Korsett

Was für alle Beteiligten zurzeit noch schwer greifbar ist: Am Anfang dieses Projekts gibt es noch für keines der Vorhaben – weder für das Konzepthaus noch für den geplanten Städtebaulichen Wettbewerb und die Idee eines Kinder-Kulturhauses Laubusch – ein festes Korsett. Das sei jedoch bewusst so angedacht, so Bürgermeister Lehmann. Allerdings will sich Lehmann mit dem Planen nicht viel Zeit lassen. Spätestens im Mai 2021 soll klar sein, wohin die Reise mit der Gartenstadt Erika geht. Bis dahin sollten möglichst auch die ersten Investoren gefunden sein.

Laubuschs Ortsvorsteher Günter Schmidt hat die Ausgangsposition für Laubusch als künftigen Lausitzer Modellort für Wohnen und Gemeinschaft schließlich treffend zusammengefasst: „Es ist alles da – man muss es nur richtig anfassen.“