Von Sascha Klein

Dynamo Dresden und heiße Liebe: Für viele Fans des Fußball-Zweitligisten gehört das zweifelsohne zusammen. Am Montag sind rund 60 Kinder und Jugendliche heiß auf Schwarz-Gelb gewesen. Sie sind Teil des Dynamo-Camps auf dem Laubuscher Sportplatz und lauschen ab kurz nach 10 Uhr den Anweisungen der vier Trainer. Und auch ohne Rennen, Dribbeln und Kampf um den Ball wird den Jungen und Mädchen schnell heiß. 34 Grad Celsius sind für den Montag angesagt.

Doch der SV Laubusch hat vorgesorgt, wie Nils Hoffmann erklärt, der im Seenlandkicker-Shirt am Rand des Platzes steht und die erste Trainingseinheit der vier Gruppen verfolgt, die alle in gelben Dynamo-Trikots auf dem Feld unterwegs sind. „Wir schauen, wie heiß es nach dem Mittagessen wird“, sagt er. „Falls es zu heiß ist, haben wir einen Beamer bereitstehen und können eine Fußball-Dokumentation zeigen oder machen ein Fußball-Quiz.“

Solange es nur sommerlich warm ist, legen die Trainer los. Vier Mann, vier Gruppen. Sie sind nach Alter geordnet. Eine Gruppe beginnt mit dem Ballführen. Innenseite, Außenseite – rechter Fuß, linker Fuß. Ohne Technik geht eben nichts. Dann gibt es eine kurze Pause – alle an den Spielfeldrand zum Trinken. Einige Meter weiter haben die Trainer eine Staffel aufgebaut. Die Jungen und Mädchen umdribbeln Slalomstangen und müssen den Ball dann weitergeben.

Für die Laubuscher ist es eine Auszeichnung, dass Dynamo Dresden zum dritten Mal mit seiner Fußballschule den Weg in die Region gefunden hat. „Dynamo ist alle zwei Jahre hier, zum ersten Mal im Jahr 2014“, sagt Nils Hoffmann. „Bislang waren alle Fußball-Camps ausgebucht“, so der Abteilungs- und Nachwuchsleiter des SV Laubusch und Trainer der Seenlandkicker. Die Seenlandkicker, gegründet von SV Laubusch und LSV Bluno, verstehen sich als Bindeglied der Region. Zurzeit kommen Kinder und Jugendliche aus 15 Ortschaften zum Training der Nachwuchs-Fußballer.

Am Rande nutzt Zweitligist Dynamo Dresden die Fußball-Camps in der Region, um Ausschau nach Talenten zu halten. „Natürlich wollen sie sich auch einen Namen in der Region machen“, sagt Nils Hoffmann. Im kommenden Jahr will Werder-Bremen-Fan Hoffmann den Bundesligisten von der Weser für ein Fußball-Camp nach Laubusch holen. Im Herbst wird eine Bremer Delegation beim SV Laubusch erwartet.

Auf dem Platz dagegen fließt der Schweiß. Bei den Größten wird das Eins-gegen-Eins trainiert. Auf einer bestimmten Fläche muss der Angreifer versuchen, den Verteidiger mit Tempo und Körpertäuschung auszuspielen. Das Ziel: der Torschuss nach dem Zweikampf.

Am Dienstag wird dann auch der Leiter der Dynamo-Fußballschule in Laubusch erwartet: Ralf Hauptmann. Der 49-Jährige hat mit Dynamo zwei DDR-Meisterschaften gewonnen, hat vier A-Länderspiele für die DDR bestritten und ist 1991 mit den Dresdnern in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Dort absolvierte er für Dresden und den 1. FC Köln 205 Bundesliga-Partien. Wenn er den Rasen des altehrwürdigen „Glück-Auf“-Stadions in Laubusch betritt, weht für die 60 Teilnehmer des Camps tatsächlich Bundesliga-Luft durch die Arena.