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| 17:03 Uhr

Nachfolger gesucht
Laubuscher Café macht Pause

 Kürzlich hat es den letzten Café-Nachmittag gegeben. Der CVJM hat eine Pause auf unbestimmte Zeit verkündet.
Kürzlich hat es den letzten Café-Nachmittag gegeben. Der CVJM hat eine Pause auf unbestimmte Zeit verkündet. FOTO: Anja Guhlan
Laubusch. Der CVJM hat regelmäßig Leute zusammengeführt. Jetzt werden Nachfolger gesucht. Von Anja Guhlan

Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) hatte in Laubusch im November 2015 zum ersten Mal das Laubuscher Café im Internationalen Informatik- und Begegnungszentrum Sachsen (IBS) initiiert. Ziel war es, Menschen zusammen zu bringen und Gemeinschaft durch Kaffee und Kuchen, Spiele, Musik, kreativen Angeboten und Themen über Gott und die Welt zu erleben. Nach dreieinhalb Jahren und 35 Café-Nachmittagen ist nun erst einmal Schluss.

„Uns fällt die Entscheidung echt schwer, aber momentan fehlt es an personeller Unterstützung“, erläutert Waldemar Buttler, Evangelist beim CVJM-Landesverband gegenüber der RUNDSCHAU. „Es engagieren sich wirklich viele Helfer, um das Laubuscher Café durchzuführen. Aber niemand kann sich als leitende Kraft den Hut aufsetzen. Wir als CVJM schaffen es personell einfach nicht mehr“, sagt Buttler. Bisher haben vor allem er und Ilka Kurpat, Donald Jurk, Familie Mevius, Birgit Göthel sowie Annegret Przybilski das Café organisiert, sich Gedanken über das Thema gemacht, das Programm erdacht und vorbereitet, Gäste für das Programm eingeladen und Musik gemacht.

Einige Helfer wie Lutz Mevius (43) aus Laubusch haben Flyer verteilt, die Banner aufgehangen oder ab und an  auch die Themen während des Cafés gehalten. Doch niemand kann die Leitung übernehmen. „Bei mir sind es familäre Veränderungen, die meine ehrenamtliche Zeit einschränken“, so Lutz Mevius. Andere Helfer wie Karl-Heinz Göring (60), der gerne Besucher des Cafés als Fahrer von zu Hause abholt und zum Café bringt, oder Kay Rieger (36), der sich liebevoll um die Kinderbetreuung kümmert, trauen sich leitende Funktionen nicht zu.

So resümierte Annegret Przybilski nochmal über das Laubuscher Café: Es sind in dreieinhalb Jahren mehr als 4000 Flyer gedruckt und rund 3300 Stück Kuchen verputzt worden. Das bedeutet auch 560 Stunden Kuchen backen und weitere 1960 Stunden ehrenamtliche Arbeit. „Großartige Zahlen und erstaunliche Kräfte, die da gewirkt haben“, zieht sie das Fazit.

Es wurde über fast alles gesprochen: über Beziehungen, über Vergebung, Verzweiflung, Sünde, Geld oder besondere Lebensgeschichten. Während des vorerst letzten Café-Nachmittages widmete man sich dem Thema Dankbarkeit. „Heutzutage sollten wir Gott für jeden Moment mehrmals am Tag dankbar sein“, erzählt die ehrenamtliche Mitarbeiterin.

Auch Besucher sprachen im Laubuscher Café am vergangenen Sonntag ihren Dank aus. „Ich fand es immer schön. Hier konnte man in Gemeinschaft zusammensein. Egal welche Hautfarbe man hat, ob man groß oder klein ist, gesund oder krank, arm oder reich – jeder Mensch wird hier akzeptiert. Danke dafür. Die gemeinsamen Gespräche über alltägliche Themen werde mir im Café fehlen“, sagt Susann Bormann (38) aus Lauta. Auch Tiffany Hennemann (18) aus Laubusch kam gerne her. „Ich habe oft auch Kuchen beigesteuert. Das alles wird mir auch fehlen.“

Harry Michalski (62) und seine Frau Heike (57) waren mehr als 20 Mal beim Laubuscher Café. „Für uns ist es die heimische Atmosphäre gewesen. Wir können hier gut von unserem Alltag abschalten und uns mit anderen Leuten austauschen, die für uns teilweise gute Freunde geworden sind. Uns wird dieser Nachmittag auch fehlen.“ Dennoch bekunden viele Besucher, sollte es eine Neuauflage geben, würden sich viele wieder auf den Weg machen.