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| 12:55 Uhr

Investor gefunden
Neue Eigentümer für Laubuscher Rathaus

 Eine Unternehmergruppe will das Rathaus in Laubusch kaufen und will dort eine Tagespflege und seniorengerechte Wohnungen installieren.
Eine Unternehmergruppe will das Rathaus in Laubusch kaufen und will dort eine Tagespflege und seniorengerechte Wohnungen installieren. FOTO: LR / Sascha Klein
Laubusch. Investoren wollen das denkmalgeschützte Gebäude sanieren lassen und liebäugeln mit einem Nutzer aus der Region. Von Sascha Klein

Das alte Gebäude an der Laubuscher Hauptstraße kann viele Geschichten erzählen. Georg Kmetsch hat als erster Verantwortlicher in dem herrschaftlichen Haus gesessen. Das ist 1928 gewesen. Ihm sind einige Herren gefolgt. Günther Birnbaum stand 18 Jahre in Verantwortung und hatte seinen Platz in dem Gebäude in Bergmannsheimstätten, Siegfried Galle 16 Jahre und Otto Görke zehn Jahre lang. Sie alle waren einmal Laubuschs Bürgermeister und haben sich für die Belange der Gemeinde eingesetzt.

Doch nach der Fusion von Lauta und Laubusch zum Jahr 2001 ist es ruhig geworden um das Laubuscher Rathaus. Die Verwaltung ist ausgezogen, die Räume sind plötzlich verwaist. Gut 15 Jahre lang – das Haus fällt fast in einen Dornröschenschlaf. Niemand will es wiederbeleben. Doch damit soll es demnächst vorbei sein. Steuerberaterin Sabine Murschall ist diejenige, die gemeinsam mit einem Partner wieder Leben in das sanierungswürdige Gebäude bringen soll. Die gute Nachricht für die Lautaer Stadtverwaltung: Sie ist kurz davor, eine große leerstehende Immobilie zu verkaufen. Die gute Nachricht für Laubusch: In Bergmannsheimstätten soll demnächst wieder mehr Leben in den altehrwürdigen Bau kommen.

Lauta, Stadtrat: Sabine Murschall muss lange warten. Mehr als eine Stunde sitzt sie in den Besucherreihen und wartet auf ihren Moment. Der kommt um kurz nach 21 Uhr: Bürgermeister Frank Lehmann bittet sie zum Ratstisch. Die Stadträte, zum ersten Mal in neuer Besetzung, warten gespannt. Die Geschäftsfrau erläutert kurz, was sie und ihr Partner vorhaben. „Wir wollen dieses wirklich schützenswerte Gebäude einer sinnvollen Nutzung zuführen“, sagt sie. Die Stadträte wissen aus ihren Unterlagen: Im Erdgeschoss soll es künftig eine Tagespflege geben. Sabine Murschall hat den Markt sondiert und ein Unternehmen aus der Region gefunden, das dort einziehen möchte. Um welches Unternehmen es geht, verrät sie nicht.

Für das erste Obergeschoss waren Ferienwohnungen angedacht. Doch diesen Plan hat die neu gegründete „Rathaus Laubusch GbR“ als potenzieller neuer Eigentümer verworfen. „Wir haben festgestellt, dass im ersten und zweiten Obergeschoss am Besten Wohnungen für ältere Menschen passen“, sagt Sabine Murschall. Dort soll Wohnraum für Senioren entstehen, die die Tagespflege nutzen können, aber nicht müssen. Auf der hinteren Seite des Hauptgebäudes ist ein Aufzug geplant. Die zuständige Denkmalbehörde, betont Sabine Murschall, habe bereits grünes Licht gegeben. Generell müssen die potenziellen Bauherren allerdings viele Details in Sachen Denkmalschutz beachten.

Eine Besonderheit: Auch der Ratskeller soll wieder genutzt werden – allerdings nicht als Gastronomie. „Das würde sich vermutlich nicht rechnen“, so Sabine Murschall. Ihre Idee: Ein Unternehmen, das kocht und parallel als Wiedereingliederung für Arbeitslose fungiert. Die Küche könnte sowohl die Tagespflege bewirten als auch Angebote für Kitas oder Schulen machen. In diesem Punkt scheint jedoch noch vieles offen zu sein. Ein Interessent gebe es jedoch schon, so Sabine Murschall. Er sei nach wie vor sehr am Laubuscher Ratskeller interessiert. Darüber hinaus gibt es zwei Nebengebäude auf dem Gelände. Ferienwohnungen in einem, Lagerräume im anderen: Das ist der aktuelle Plan der potenziellen Investoren.

Die „Rathaus Laubusch GbR“ zahlt 47.000 Euro für die Gebäude. Das ist genau der Preis, der im jüngsten Verkehrswertgutachten steht. Das bedeutet für die Stadt Lauta: Sie kann den Verkauf problemlos abwickeln. Hätte der Kaufinteressent weniger als diese Summe geboten, hätte die Stadt den Verkauf bei der Kreisverwaltung genehmigen lassen müssen. Noch vor zwei Jahren hatte der damalige Kaufpreis alle Interessenten abgeschreckt. Das alte Verkehrswertgutachten hatte ein Preis von etwa 200.000 Euro aufgerufen. Bürgermeister Frank Lehmann hat dies als „Mondpreis-Gutachten“ bezeichnet. Denn: Die künftigen Eigentümer müssen erheblich in das Gebäude investieren. Sabine Murschall schätzt diese Summe auf 1,2 bis 1,5 Millionen Euro.

Laubuschs neue Ortsvorsteherin Erika Wustmann begrüßt den Verkauf an die neue „Rathaus Laubusch GbR“: „Das ist ein absoluter Pluspunkt für Laubusch. Schön, dass in das Gebäude wieder Leben hineinkommt.“ Dementsprechend fällt auch das Ergebnis der Stadträte aus: Das Gebäude wird einstimmig verkauft. Jetzt müssen Stadtverwaltung und Interessenten einen Kaufvertrag schließen, um das Geschäft perfekt zu machen. Wann gebaut wird, ist noch offen. Sabine Murschall hofft allerdings, dass es noch in diesem Winter losgehen kann.