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Landrat Harig trifft sich mit Flüchtlingshelfern

Bautzen. (red/cw) Der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) hat sich am Donnerstag mit ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern und Bündnissen im Landkreis getroffen. Vor dem Hintergrund des umstrittenen NPD-Kontaktes des Beigeordneten Udo Witschas stand dabei die weitere Zusammenarbeit im Fokus.

Nach der Veröffentlichung von Chat-Protokollen hatte der Verein "Willkommen in Bautzen" die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Mitte August teilweise eingestellt. An dem Treffen am Donnerstag nahmen nun rund 80 Paten, Flüchtlingshelfer und Vertreter aus Initiativen im gesamten Landkreis teil. Harig bezeichnete ihre Arbeit und die Begleitung von Asylbewerbern als unersetzbar. Er bedaure, dass durch die Vorkommnisse der vergangenen Wochen das Vertrauen in die Kreisverwaltung bei vielen Paten und Helfern gestört worden sei. Gleichwohl liege die Entscheidung über weitere Konsequenzen für den Beigeordneten Udo Witschas allein in der Zuständigkeit des Kreistages, der am 18. September zu einer Sondersitzung zusammenkommt.

In zahlreichen Wortmeldungen äußerten Flüchtlingspaten ihre Sicht auf die Arbeit des Ausländeramtes. Sie kritisierten unter anderem lange Bearbeitungszeiten, Fälle eines nicht angemessenen Umgangstons einiger Mitarbeiter gegenüber den Flüchtlingen sowie die ihrer Einschätzung nach nicht genutzten Ermessensspielräume der Behörde bei Entscheidungen. Auch sei die Struktur des Amtes zu überdenken. Erfahrungen zeigten, dass etwa eine Familie für unterschiedliche Angelegenheiten mehrere Ansprechpartner im Amt habe, was nicht zielführend sei.

Landrat Harig erklärte, dass die Gespräche mit den Paten und Bündnissen in einem kleineren Rahmen, etwa jeweils bezogen auf die Sozialräume Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz, noch intensiver fortgesetzt werden sollten.