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Landräte gegen Zentralschulamt

Görlitz/Bautzen. Die Landräte Lange (CDU) und Harig (CDU) haben Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) eine gemeinsame Erklärung mit der Bitte übergeben, die Pläne zur Bildung eines Landesschulamtes zu überdenken und den zeitlichen Druck aus möglichen Veränderungen zu nehmen. Das teilt die Görlitzer Kreissprecherin Gerlind Walter mit. red/br

In der Erklärung heißt es: "Die ostsächsischen Landräte Bernd Lange und Michael Harig sind erschüttert über die Pläne zur Bildung eines Sächsischen Landesschulamtes. Sie kommen zu einer Unzeit, so die Landräte. Sie sehen in diesen abrupten Plänen, die schon innerhalb weniger Monate, zum 1. Januar 2018, umgesetzt werden sollen, auch eine fehlende Wertschätzung der geleisteten Arbeit der Regionalstellen vor Ort."

Gerade in der Regionalstelle Bautzen werde immens an der Rekrutierung von potenziellen Lehrern gearbeitet und eine sehr gute Arbeit geleistet. Die gewachsene Zusammenarbeit innerhalb der Behörde und vor allem das Miteinander aller Schularten zur Unterrichtsabsicherung untereinander seien ein wichtiges Pfand, das mit leichtfertiger Verwaltungskonzentration nicht aus der Hand gegeben werden dürfe. Weiter heißt es: "Das Auseinanderreißen von gewachsenen Kompetenzen, das personelle Abschmelzen und die damit einhergehende Zusammenfassung von Personal verwaltenden Stellen nur noch in Chemnitz, außerhalb des ländlichen Raumes, können vor dem Hintergrund des massiven Personalbedarfs in allen Schularten nicht funktionieren."

Die Komplexität von Schule, einschließlich einer gewollten zunehmenden inklusiven Ausrichtung, dürfe nicht durch behördliche Umstrukturierungen zusätzlich belastet werden. Die Landräte fordern Staatsministerin Brunhild Kurth in diesem Zusammenhang auf, die Struktur zu überdenken.

Bereits nach Bekanntwerden diesbezüglicher Pläne im ersten Entwurf zum Sächsischen Schulgesetz habe der Sächsische Landkreistag in seiner Stellungnahme vom 4. März 2016 diese Absicht kritisiert und auf die Rückabwicklung einer solchen Behörde innerhalb kurzer Zeit im Land Brandenburg verwiesen, erinnern die beiden Landräte in ihrer Erklärung. Denn Schulaufsicht und Personalverwaltung der Lehrer bräuchten die größtmögliche Nähe zu den Schulen vor Ort.

Auch die CDU/FDP-Fraktion des Kreises Görlitzes hat sich kritisch mit der veröffentlichten Struktur des neu zu bildenden Schulamtes auseinandergesetzt. Sie wolle ihre "Landespolitiker beauftragen, an einem veränderten Strukturvorschlag mitzuarbeiten, in dem die bewährten Kompetenzen der Regionalstellen Bautzen und Zwickau in dieser schwierigen Lehrerpersonalsituation vor Ort und für den ländlichen Raum beibehalten werden", teilt Pressesprecher Tilmann Havenstein mit.