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| 02:43 Uhr

Landkreis will Standorte in Hoyerswerda aufgeben

Ralph Büchner.
Ralph Büchner. FOTO: Die Linken
Bautzen/Hoyerswerda. Der Bautzener Kreistag hat in seiner Sitzung am Montag wichtige Aspekte eines noch zu erarbeitenden Liegenschaftskonzeptes beschlossen. Demnach soll unter anderem das Gebäude des Bautzener Bahnhofes zu einem Verwaltungsstandort mit circa 250 Arbeitsplätzen ausgebaut werden. ume1

In Hoyerswerda soll ab 2019 dagegen lediglich noch ein Mietobjekt für ein "erweitertes Bürgerbüro" genutzt werden. Die Standorte Dillinger und Albert-Einstein-Straße sollen nach den jetzigen Plänen aufgegeben werden. Dagegen hat der Hoyerswerdaer Abgeordnete Ralph Büchner (Die Linke) harschen Protest angemeldet.

Für die Bautzener Stadtgesellschaft war es ein großer Schock, als die Bahnhofshalle im Februar 2014 komplett geschlossen wurde. Bereits zuvor galt der Zustand des einstmals repräsentativen Gebäudes als Ärgernis. Doch mit der Schließung für den Besucherverkehr zog sich die Deutsche Bahn AG endgültig den Zorn der Bautzener zu, was allerdings bis heute zu keiner Änderung des Zustandes geführt hat.

Doch jetzt verdichten sich die Anzeichen, dass sich der trostlose Zustand des Bautzener Bahnhofes in absehbarer Zeit ändern könnte. Der Bautzener Kreistag hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, ab 2019 circa 4000 Quadratmeter als Verwaltungssitz anzumieten. Das entspricht etwa zwei Dritteln der gesamten nutzbaren Fläche. "Dies ist das Ergebnis eines Vergleichs verschiedener infrage kommender Varianten", so der zuständige Beigeordnete des Landrates, Udo Witschas (CDU). Dieser habe ergeben, dass am Standort Bautzen aus wirtschaftlichen Gründen die Beschränkung auf zwei große Standorte zu favorisieren sei. Dafür kämen - neben dem jetzigen Hauptsitz der Kreisverwaltung - der Bahnhof sowie das derzeit vom Jobcenter genutzte Objekt Karl-Marx-Straße 4 infrage. "Im Vergleich dieser beiden Objekte schneidet der Bahnhof ganz klar besser ab", so Witschas.

Die Eile, mit der der Beschluss vorangetrieben wird, begründet Witschas mit einem gewissen Druck des Investors, der das Bahnhofsgebäude erwerben und endlich "Nägel mit Köpfen" machen wolle. Bis zum 30. Juni müsse der Landkreis daher verbindlich erklären, ob er sich in den Bahnhof einmieten will. Der Abgeordnete Matthias Bosch (CDU) hält den avisierten Mietpreis von acht Euro - festgeschrieben für zehn Jahre - unter Bezug auf den Bautzener Mietspiegel für zu hoch. Diese Bedenken kontert der Beigeordnete mit dem Hinweis auf niedrige Nebenkosten, da das Objekt nach neuestem - auch energetischem - Standard saniert werde.

Der Entwurf zum neuen Liegenschaftskonzept des Landkreises bringt allerdings auch tiefgreifende Einschnitte für die Stadt Hoyerswerda mit sich. Während es für den Standort Kamenz kaum Änderungen vorsieht, soll in Hoyerswerda künftig lediglich noch ein größeres Bürgerbüro der Kreisverwaltung mit geplant 55 Mitarbeitern erhalten bleiben. Wo genau sich dieses befinden wird, steht noch nicht fest. Das jetzige Bürgerbüro ist im Gebäude am Schlossplatz angesiedelt.

Die derzeitigen Standorte der Kfz-Zulassung (Dillinger Straße) sollen 2019 und das Job-Center (Einsteinstraße) im Jahr 2021 aufgegeben werden. Ralph Büchner, Abgeordneter der Linken aus Hoyerswerda, protestiert entschieden gegen diese Pläne. Er habe vom Landkreis "ein anderes Zeichen in Richtung Hoyerswerda" erwartet. Hoyerswerda sei die zweitgrößte Stadt im Kreis und verstehe sich als Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Man werde keinesfalls einfach hinnehmen, dass der Landkreis mehr als 150 Mitarbeiter aus der Stadt abziehe.