28 Jahre geballte Leitungserfahrung stehen mit den beiden Urgesteinen Lutz Fichtner und René Kraus neben dem Novizen Markus Morgenstern im Saal der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LFS) in Nardt. Beide Männer halten einen hölzernen Schlüssel in der Hand. Darauf verewigt sind sämtliche Amtszeiten von nur drei Vorgängern. Sie zeugen von hoher Kontinuität.

Gerhard Fiedler leitete die Feuerwehrschule ab 1973, Fichtner von 1990 bis zur Rente 2013, Kraus übernahm bis 2018, bevor er die Amtsleitung der Berufsfeuerwehr in Chemnitz antrat. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe ging der Staffelstab jetzt offiziell an Brandoberrat Markus Morgenstern.

Dass er seine Aufgabe kann, hat er längst bewiesen. Bereits seit November 2018 ist er kommissarisch mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Leiters der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule beauftragt. Der 38-Jährige ist derzeit der jüngste Leiter einer Behörde, die dem sächsischen Innenministerium untersteht. Doch das Päckchen, das auf seinen Schultern lastet, dürfte einiges wiegen.

Größer und moderner soll die sächsische Feuerwehrschule werden. Mehr Ausbildungskapazitäten mit vier neuen Unterrichtsräumen und 50 zusätzlichen Internatsplätzen sollen schon ab September zur Verfügung stehen. Dafür werden sowohl die Ausbildungsflächen als auch das Internat und die Verwaltung bis 2025 in großem Stil erweitert und neu gebaut.

Und während Innenstaatssekretär Prof. Dr. Günther Schneider in seiner Rede vor den anwesenden Gästen grünes Licht für die drei Teilabschnitte der Baumaßnahmen gibt, drehen sich draußen schon die Betonmischer. Jan Pfennig (27), Mitarbeiter der Firma Elektropfennig aus Hoyerswerda, hebt und gießt derzeit die Fundamente für das neue Lehrgebäude aus.

Dieser Tage rollen auch schon die ersten Container zur Unterbringung der Lehrräume an. Eine Modulbauweise mit schrittweiser Montage ist geplant. Parallel auf einer zweiten Baustelle wird derzeit die Verlegung der Medienanschlüsse vorbereitet, bevor die Container zur Bereitstellung der Internatsplätze montiert werden können.

Auch eine Mehrzweckhalle ist mittelfristig (frühestens ab 2020) geplant. Das flächenmäßig größte Neubauvorhaben befindet sich im nordöstlichen Teil des Plan-Gebietes direkt an der Grenze zur Bundesstraße. Die Zusage vom Finanzministerium stehe laut Innenstaatssekretär Schneider derzeit zwar noch aus. Zumindest „gelbes Licht“ habe es aber schon gegeben.

Die heiße Planungsphase mit den Abstimmungen zu den Details läuft jedenfalls schon. Die Mehrzweckhalle soll neben einem Zweifeldsportplatz auch eine 31 Meter hohe Ausbildungshalle enthalten. Damit die Rettung praxisnah aus einem Einfamilienhaus, einem Hochhaus, einer Werkstatt, Arztpraxis oder Tiefgarage simuliert und trainiert werden kann, sollen darin verschiedene Gebäudeattrappen installiert werden.

Eins ist sicher, Markus Morgenstern wird einen langen Atem brauchen, um die Ausbildungseinrichtung weiter in die Moderne zu führen. Als leidenschaftlicher Triathlon-Sportler dürfte er Ausdauer haben. Und Rückhalt von seiner Familie hat der frisch gebackene Vater sowieso. Einen Feuerwehr-Strampler habe er seiner zwei Monate alten Tochter zwar noch nicht angezogen. Aber das könne ja noch werden.