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| 13:17 Uhr

Länderbahn Ostsachsen
Politiker schneiden einen Zug an

 Der Bautzener Landrat Michael Harig schnitt gemeinsam mit Wolfgang Pollety, Jaroslav Kominek (stellvertretender Landrat Usti) und Jan Svitak (stellvertretender Landrat Liberec) die Trilex-Torte an.
Der Bautzener Landrat Michael Harig schnitt gemeinsam mit Wolfgang Pollety, Jaroslav Kominek (stellvertretender Landrat Usti) und Jan Svitak (stellvertretender Landrat Liberec) die Trilex-Torte an. FOTO: Uwe Menschner
Bautzen. Die Länderbahn Sachsen fährt auch künftig mit ihrem Trilex zwischen Dresden, Görlitz und Liberec. Der Weg dahin war jedoch nicht einfach. Die Züge sollen modern ausgestattet sein. Von Uwe Menschner

Ein Landrat steht immer wieder vor neuen Aufgaben: So sollte der Bautzener Amtsträger Michael Harig (CDU) am Freitag mithilfe seiner Kollegen aus Liberec und Usti nad Labem einen Zug zerschneiden. Allerdings keinen richtigen, sondern einen aus Tortenboden, Sahne und Marzipan. Das Backwerk stellte eine möglichst originalgetreue Nachbildung des neuen Trilex-Designs dar: „In orange und nicht wie bisher in grün-gelb“, wie der Geschäftsführer der Landerbahn Sachsen GmbH, Wolfgang Pollety, betont.

Dass sein Unternehmen, wie bereits in den Vorjahren, auch ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 den Bahnverkehr auf dem Ostsachsennetz durchführt, ist nicht selbstverständlich. Hatte sich doch zunächst ein anderes Verkehrsunternehmen – die Start Ostsachsen GmbH, eine eigens gegründete Tochter der Deutschen Bahn AG – bei der Ausschreibung durchgesetzt.

„Damit begann für unser Unternehmen, vor allem für unsere Mitarbeiter, eine einjährige Phase der Unsicherheit“, blickt Wolfgang Pollety zurück. „Wir waren sicher, das beste Angebot abgegeben zu haben, und ließen daher das Ergebnis von der Vergabekammer nachprüfen.“ Das Ergebnis ist bekannt und führte dazu, dass die Länderbahn und nicht Start Ostsachsen in den nächsten zwölf Jahren zwischen Dresden und Görlitz, Dresden und Zittau sowie zwischen Liberec und Seifhennersdorf fahren darf. Das macht pro Jahr etwa vier Millionen Zugkilometer. Das finanzielle Volumen beläuft sich auf etwa 340 Millionen Euro.

Für diesen enormen Auftrag muss sich die Länderbahn allerdings gewaltig ins Zeug legen und ab dem Fahrplanwechsel eine „neue Angebotsqualität“ verwirklichen, wie der Geschäftsführer des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon), Hans-Jürgen Pfeifer, unterstreicht. So muss die Innenausstattung der Wagen „neuwertig“ sein. Den Erfordernissen der neuen Zeit tragen Verkehrsverbund und Anbieter unter anderem mit USB-Buchsen und Steckdosen, die vor allem dem Aufladen von elektronischen Geräten dienen sollen, Rechnung.

Der Zvon-Vorsitzende und Bautzener Landrat Michael Harig hofft, dass dies „der letzte Dieselvertrag ist, den wir abschließen“ – schließlich strebe man die Elektrifizierung des Ostsachsennetzes an. Hinsichtlich des 2,7 Kilometer langen „Nadelöhrs“ auf polnischem Gebiet zwischen Zittau und Liberec, auf dem die Züge derzeit annähernd Schrittgeschwindigkeit fahren müssen, ist laut Harig eine Lösung in Sicht. Deutschland und Tschechien wollen sich in die Kosten des Ausbaus, der von Polen „geduldet“ wird, teilen.

 Der Bautzener Landrat Michael Harig schnitt gemeinsam mit Wolfgang Pollety, Jaroslav Kominek (stellvertretender Landrat Usti) und Jan Svitak (stellvertretender Landrat Liberec) die Trilex-Torte an.
Der Bautzener Landrat Michael Harig schnitt gemeinsam mit Wolfgang Pollety, Jaroslav Kominek (stellvertretender Landrat Usti) und Jan Svitak (stellvertretender Landrat Liberec) die Trilex-Torte an. FOTO: Uwe Menschner