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Kunstverein erinnert an einen Zeugen der armenischen Katastrophe

Hoyerswerda. Am Vorabend des Gedenktages der Vertreibung der Armenier gibt der Görlitzer Wolfgang Wessig Einblicke in die Literatur des Schriftstellers Armin T. Wegner (1886 -1978). msc/js

Der promovierte Jurist und Autor mit großer Lesergemeinde wurde im ersten Weltkrieg als Sanitätsoffizier 1915/16 Zeuge der Vertreibung der Armenier und der Zerstörung ihrer uralten Kultur. Gerade in diesem Tagen ist die Diskussion darüber, ob dies offiziell als Massenmord bezeichnet werden sollte, hochaktuell. Wegner protestierte damals erfolglos bei der deutschen kaiserlichen Regierung und beim Präsidenten der USA gegen das Vorgehen des osmanischen Reiches. Seine heimlich aufgenommenen Fotos beweisen bis heute die schrecklichen Verbrechen. In - "Der Knabe Hüssein" und "Die Türkischen Novellen" erzählt er von seinen Erlebnissen und Beobachtungen. Einen Roman dazu vollendete er nicht.

1920 heiratete Wegner die Schriftstellerin Lola Landau, mit der er gemeinsam mehrere Bücher herausgab. Er war Weltreisender und Erzähler, der nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in einem Brief an Adolf Hitler verlangte, die Judenverfolgungen sofort einzustellen. Die Gestapo verhaftete ihn, die SS folterte ihn, er kam ins KZ, konnte nach England und Palästina fliehen und blieb im Exil in Italien. Wolfgang Wessig, ein Meister der Vortragskunst, wird am Vorabend des Gedenktages an die Vertreibung der Armenier an den Schriftsteller erinnern.

Vortrag: Der Knabe Hüssein, Wolfgang Wessig stellt den Schriftsteller Armin T. Wegner und dessen Erzählungen aus Ost-Anatolien vor, Donnerstag, 23. April, 17 Uhr