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| 01:14 Uhr

Kunstobjekt Erlebnis-Schacht

Knappenrode.. Knappenrode. Ein Päuschen im Rutschen-Einstieg ist drin. Doch die elf Schüler des Foucault-Gymnasiums, die unter Federführung ihrer Kunstlehrerin Ines Lenke den Erlebnisschacht des Lausitzer Bergbaumuseums gestalten, arbeiten in ihrer Projektwoche trotzdem hart. Untertage ist’s feucht und kalt. Doch freundliche Farbe und Kunst, die Wissen zum „Untergrund“ vermittelt, werden den neugierigen Nachwuchs bald über die Tunnelrutsche in den Abenteuerbereich locken. Von Kathleen Weser

Der Spielplatz auf dem Gelände der ehemaligen Brikettfabrik Knappenrode wird noch spannender, freut sich Museumsleiterin Ute Baumgarten. Denn der Leistungskurs „Kunst“ des Foucault-Gymnasiums gestaltet unter Leitung von Ines Lenke und mit Ver stärkung von zwei Projektschülern aus dem Kunst-Grundkurs die Unter-Tage-Strecke. Seit Monaten entwickeln die elf Schüler Ideen, feilen an Entwürfen und sammeln Materialien. Jetzt werden die Vorstellungen endlich Realität.
Die vier Elemente der Erde, dargestellt in Lichtkästen, hat Ines Lenke schon vor zwei Jahren im Gymnasium gerettet. Auf Sand, Erde, Steine und einen Mosaik-Wasserlauf, der die Kunstprojekte zum Bergbau und zu den Schätzen der Erde im Tunnelgang miteinander verknüpft, stoßen künftig die Kinder, die das Rutschvergnügen gestartet haben. Mit einer Lichtschranke wird der Auslöser für das Erhellen des Lausitzer Untergrundes im Bergbaumuseum Knappenrode gegeben. Damit wird Spannung erzeugt. Und Erwartung geweckt. Haben die Mädchen und Jungen die Schranke auf dem Hosenboden durchbrochen, eröffnet sich ihnen eine Welt, in der die kindlichen Augen jede Menge Wissens- und Bestaunenswertes über die Kohle und ihren Abbau im alten Revier entdecken können.
Gestern schwangen die Foucault-Schüler deshalb zunächst kräftig die Pinsel. Ein Wandbild mit einer typischen Tagebaulandschaft muss vom Papier auf die rauhe Tunnelwand übertragen werden. Nicht einfach. „Durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist uns die Farbe abgeblättert. Wir mussten grundieren“ , erklärt die Kunstlehrerin. „Wir malen mit Abtönfarben und hoffen nun, dass sie dauerhaft halten.“
In Werkstätten und auf Schrottplätzen haben die Gymnasiasten außerdem alte Zahnräder, Metallteile, ein Uhrwerk und andere „nützliche“ Dinge gesammelt. Deshalb kann es auch eine Förderbrücke geben. Als Baggergeschichte zum Anfassen. Die Handwerker des Museums greifen den Schülern kräftig unter die Arme, wenn Schweißarbeiten notwendig sind.
Der Lebensfluss Bergbau wird hier mit einer bemerkenswerten Installation in Szene gesetzt. Doch noch ist nur der erste Abschnitt in Arbeit. „Wenn Schüler auch im nächsten Projektjahr wieder Interesse am Thema ,Faszination unter der Erde' zeigen, wird weitergemacht“ , stellt Ines Lenke in Aussicht. Das Museum fänd’s gut. Denn der Tunnel ist noch lang.