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"Kunst: offen" diesmal auch in Lauta

Heinz Maruschke in seinem Atelier an der Turmstraße 7 in Lauta. Hier empfängt er zur "Kunst offen"-Aktion am Sonntag und Montag gern Gäste, die seine Malerei anschauen wollen. Auch beim "KunstLandStrich" der Kulturfabrik am 11. Juni ist er mit dabei und öffnet sein Atelier.
Heinz Maruschke in seinem Atelier an der Turmstraße 7 in Lauta. Hier empfängt er zur "Kunst offen"-Aktion am Sonntag und Montag gern Gäste, die seine Malerei anschauen wollen. Auch beim "KunstLandStrich" der Kulturfabrik am 11. Juni ist er mit dabei und öffnet sein Atelier. FOTO: cw
Lauta. Zu Pfingsten öffnen in ganz Sachsen wieder Ateliers und Künstlerwerkstätten für Besucher. In Lauta lädt Heinz Maruschke in sein Maler-Blockhaus und hofft auf Anschluss an die "Szene". Catrin Würz

Heinz Maruschke ist ein "Zugezogener". Erst vor knapp drei Jahren siedelte der heute 77-jährige Cottbuser in die Kleinstadt Lauta um. Der Liebe wegen. Doch eine andere große Liebe seines Lebens - die Malerei - auch sie musste natürlich mit in die neue Heimat. "Das war mir wichtig, und das habe ich schnell in Angriff genommen", erzählt der Ingenieur und Diplomdesigner.

Auf dem Wohngrundstück an der Lautaer Turmstraße wuchs deshalb schon bald ein Holzbungalow mit großen Atelierfenstern und Lagerflächen für Farben und Materialien in die Höhe. "Mein Atelier, in dem ich jetzt arbeiten und auch was ausstellen kann", zeigt der Neu-Lautaer stolz sein kleines Künstler-Reich. Und nun soll auch der nächste Schritt gegangen werden: sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Deshalb ist Heinz Maruschke am kommenden Pfingstsonntag und -montag erstmals Teilnehmer der Aktion "Kunst: offen" in Sachsen, die in diesem Jahr bereits zum 13. Mal im Freistaat ausgerichtet wird. Mehr als 200 Ateliers und Kunstorte mit mehr als 250 Künstlern haben sich dafür wieder angemeldet. Und diesmal steht also auch Lauta mit auf der künstlerischen Landkarte.

Von 10 bis 18 Uhr steht das Atelier an der Turmstraße Kunstfreunden und Interessierten offen. Heinz Maruschke hofft nicht nur auf viele neugierige Besucher, die sich seine kleine Ausstellung mit Landschafts- und Porträtmalerei, mit Grafiken und Zeichnungen anschauen, sondern auch auf anregende Gespräche. "Ich würde gern mit Gleichgesinnten in Kontakt kommen. Mich mit Menschen, die auch malen, austauschen. Vielleicht lässt sich gemeinsam etwas für Lauta auf die Beine stellen", benennt er seine kleine Hoffnung.

Schon seit der Kindheit hat Heinz Maruschke gespürt, dass das Malen und Zeichnen seine Leidenschaft sind. Als Achtjähriger zeichnete er bereits Gruß- und Postkarten, die die Eltern und Verwandte auf Reisen schickten. Als junger Mann erlernte er zunächst einen technischen Beruf, absolvierte ein Ingenieurstudium und arbeitete in der Energiewirtschaft. Doch die alte Liebe zu Farben und Formen erwachte neu, als er sich als Dreißigjähriger an der Hochschule für Bauwesen Cottbus in den Mal- und Zeichenzirkel des Kunstdozenten Walter Heinrich einschrieb. Hier lernte er die Grundlagen der künstlerischen Gestaltung. Und nach und nach wurde der Wunsch in ihm immer stärker, dieses Metier auch zu seinem Beruf zu machen.

Ein sieben Jahre währendes Studium für Architektur und Design an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein folgte. Nach erfolgreichem Abschluss war Heinz Maruschke am Ziel seiner Träume: Er wurde 1987 in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen und arbeitete als Designer im damaligen VEB Innenprojekt kreativ und mit künstlerischem Anspruch. Noch heute ist er auf eine künstlerische Arbeit für das Ferienhotel "Hochwald-Blick" in Lückendorf stolz. Die Wandgestaltung aus robusten Holzbalken mit dem Titel "Oberlausitzer Bergland" existiert auch heute noch. "Darüber freue ich mich, denn viele Objekte angewandter Kunst der DDR sind ja nach der Wende einfach verschwunden", erklärt der Wahl-Lautaer.

Seit Heinz Maruschke Ruheständler ist, beschäftigt ihn die Malerei nun wieder stärker. Auch der Sohn seiner Lebenspartnerin hat sich bereits von diesem Virus infizieren lassen und ging bei Heinz Maruschke in die Mal-Schule. Deshalb werden am Sonntag und Montag am Blockhaus in Lauta auch Werke des 47-jährigen Torsten Walter zu bestaunen sein.

Die beiden Hobby-Künstler haben sich für ihre "Kunst: offen"-Besucher zugleich noch etwas Besonderes zum Selbst-Kreativ-Sein einfallen lassen. "Wer möchte, kann eine Fließtechnik mit Acrylfarbe ausprobieren. Das lässt die schönsten Farbspiele entstehen", lädt Heinz Maruschke ein.

Zum Thema:
Alljährlich zu Pfingsten öffnen Künstler in ganz Sachsen ihre Ateliers, Arbeits- und Ausstellungsräume. An jeweils einem, zwei oder drei Tagen kann man von 10 bis 18 Uhr schauen und staunen und sich inspirieren lassen. Folgende Künstler sind in der Region Hoyerswerda auch dabei:Anita Guske, Lindenweg 7 in Burg (Spreetal) am 4./5. Juni; Malerei und GrafikHelga Schönach, Siedlungsweg 3 in Straßgräbchen am 4./5. Juni; MalstubeDorothea Tschöke, Dorfstraße 41 in Sabrodt am 3./4./5. Juni; Erlebnishof und Gartengalerie