Noch bis zum heutigen Donnerstag. stellt der Berliner Künstler Gregor Kasper sein Wissen und seine eigenen Erfahrungen beim Malen und Gestalten den Teilnehmern zur Verfügung. Die Kunstlehrerin des Christlichen Gymnasiums Johanneum Kersten Flohe, ihr Sohn, der Bildende Künstler Ludwig Flohe und fünf 17-jährige Teilnehmerinnen des Kunstleistungskurs des Foucault-Gymnasiums wollten davon profitieren.

Sie beschäftigten sich am ersten Tag des Workshops unter anderem mit dem Abschätzen der Größe des Kufa-Saales, der Wahrnehmung des eigenen Körpers darin und dem genauen Hinhören. Die Körperübung diente dem Kennenlernen der Gruppenmitglieder und war nach Auffassung von Ludwig Flohe Performance-Kunst.

Wenn Menschen miteinander für kurze Augenblicke Bilder bauen, findet er das besonders interessant. Mit dem Experiment des Hinhörens bewies Gregor Kasper den Teilnehmern, dass sieben Menschen das Gleiche tun können und dabei sieben verschiedene Ergebnisse herauskommen. Er hatte Josephine Biemer, Charlotte Blenk und die anderen gebeten, an einem selbst gewählten Platz rund um die Kufa alle ihnen wahrnehmbaren Geräusche zu hören und auf einem Blatt Papier darzustellen. Josephine hatte den leisen Wind und das Blätterrascheln als sanfte Linien und das Gespräch zweier Menschen als einander zugewandte Pfeile dargestellt, Emily Raschinski eine Geräusche-Landkarte angefertigt, auf der auch der Straßenlärm nicht fehlte. Ludwig Flohe war es wichtig, die Laute zeichnerisch in eine Struktur zu bringen, und Charlotte Blenk bezog sogar die von ihr selbst erzeugten Geräusche in ihre Betrachtung ein. Sie hatte einfach alle Eindrücke aufgeschrieben.

Das sind nur einige Wege, um eigene Kunstwerke zu schaffen und Kunstobjekte anderer Menschen besser verstehen zu lernen, sagte Gregor Kasper. Er findet es wichtig, "vom alltagseffizienten, logischen Blick wegzukommen und zu entdecken, wo sich Kunst und Alltag annähern". Deshalb will er die Erfahrungen des Workshops in einer Broschüre verarbeiten, die bei den Kufa-Veranstaltungen Kunstmarkt und Kunstlandstrich erhältlich sein wird. Sie soll den Besuchern Hilfe beim Verstehen von Kunstwerken geben und damit das Engagement der Künstler besser zur Geltung bringen.

Kersten Flohe findet an dem Workshop gut, dass jeder seinen eigenen Zugang zu Kunst finden und ihn mit verschiedenen künstlerischen Mitteln ausdrücken kann. "Hier macht Kunst Spaß und schafft Räume", sagte die Kunstlehrerin. Die Elfklässlerin Emily Raschinski vom Foucault-Gymnasium stellte fest, dass sie hier ihren Blick auf die Welt erweitert.