Sonntagnachmittag. Die Kunsträder blitzen, die Mädchen sind etwas nervös, gleich müssen sie im Wettbewerb zeigen, was sie gelernt haben. Im Radsportsaal am "Jägerhof" Wiednitz findet die 18. Vereinsmeisterschaft um den Arno Koschminder-Pokal und den Herbert Natusch-Ehrenpreis der Kunstradfahrer des "Radfahrvereins 1900 Wiednitz" statt.

Beide Hallenradsportler waren in Wiednitz Trainer und Übungsleiter, und bauten nach dem Zweiten Weltkrieg in Wiednitz den Hallenradsport wieder auf. Heute hat der Verein um die 80 Mitglieder. Als Ehrengäste dieser traditionellen Veranstaltung in der Weihnachtszeit konnten Lieselotte Koschminder und Inge Natusch begrüßt werden.

14 Starterinnen, vom 1er-Kunstradfahren der Schülerinnen, bis zum 4er-Kunstradfahren traten bei dem Wettbewerb an. Die jüngste Starterin war Helene Däbritz im 1er-Kunstradfahren. Das fünfjährige Mädchen geht noch nicht zur Schule, zeigt aber schon tolle Kunststückchen auf dem Rad.

Das Rad der Kunstradfahrer ist ein Spezialrad und kann mit einem herkömmlichen Fahrrad nicht verglichen werden.

Gabriele Frenzel, Trainerin der Kunstradfahrer, hatte bei 14 Teilnehmern alle Hände voll zu tun, ständig musste sie sich auf neue Gegebenheiten einstellen. Sie selbst ist seit 1969 im Verein und seit 1979 Übungsleiterin.

Die etwa 100 Zuschauer sahen jeweils fünfminütige Vorträge der Starter. Während dieser Zeit müssen 25 Übungselemente absolviert werden. Übungsteile, die über diese fünf Minuten hinausgehen, zählen nicht. Die Übungen entsprechen den internationalen Standards. Nur die Reihenfolge und die jeweilige Choreografie werden von Sportler und Trainer selbst bestimmt und zusammengestellt.

In der Kaffeepause klopfte es plötzlich an die Tür der Halle. Der Weihnachtsmann stand davor und wollte alle Kinder im Saal sowie die fleißigen Kunstradfahrerinnen und Helfer mit kleinen Geschenken überraschen.