ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:36 Uhr

Kulturhaus steht zum Verkauf

Knappenrode. Die Zukunft des Knappenroder Kulturhauses ist schon seit Jahren ungewiss. Spätestens mit der Entscheidung vor vielen Jahren, die ehemalige Schule zum Gemeindezentrum auszubauen, war das Schicksal des Hauses besiegelt. Von Hagen Linke

Noch in den 90er Jahren gab es viele Überlegungen, das im Jahr 1915 als Werksgasthaus der “Eintracht„-Grubengesellschaft gebaute und später erweiterte Haus mit großem Saal, Kino-Balkon, Eckzimmer und Büroanbau als Knappenroder Zentrum zu entwickeln. Nun ist der Komplex zu groß für die Nutzung. 1958 hatte die Bergarbeitergemeine noch 1800 Einwohner, heute sind es rund 750.

Mit dem endgültigen Auszug aller Nutzer seit dem abgeschlossenen Umbau der ehemaligen Schule Ende 2009 könnte das denkmalgeschützte Haus den Besitzer wechseln. Die Stadt sucht wieder einen Käufer. “Es muss kein Haus mit Gaststättenbetrieb und kultureller Nutzung bleiben„, sagt Ralf Große, zuständiger Mitarbeiter für Denkmalschutz bei der Stadt. “Vorstellbar wäre auch betreutes Wohnen.„

Im Inneren des Hauses müsste viel passieren, Grundrisse geändert werden. Denkbar wäre zum Beispiel, in den großen Saal eine Zwischendecke einzuziehen. Es gebe Möglichkeiten, aber die müssten aus Sicht des Denkmalschutzes akzeptabel sein. “Wir sind kompromissbereit, aber irgendwo muss die Grenze sein„, sagt Große.

Als ehemaliger Gasthof der Siedlung Werminghoff prägt das Haus einen Teil der Wirtschaftsgeschichte und das Gesicht des August-Bebel-Platzes: “Es ist wichtig, dass der Platz seine Fassung behält.„ Durchaus überlegenswert wäre ein Teilabriss, denn dass jemand das komplette Areal umbauen würde, hat sich schon in der Vergangenheit als unwahrscheinlich erwiesen. Schon in den 90er Jahren scheiterten Verkaufsabsichten. Die Ausschreibung für den neuerlichen Verkauf hat die Verwaltung auf die Internetseite der Stadt gestellt. Klar ist: Je länger die Suche dauert, um so schwieriger wird sie.

Zum Thema:

Baubeginn: Im Jahr 1915Erweiterung:Ab 1950 großzügige Erweiterung mit Anbau des großen Saales. Status als “Kulturhaus„ bei der Eröffnung mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Max Seydewitz am 22. September 1951.1953/54: Ausstattung mit Musikpavillon, Tanzfläche und Kegelbahn.Ab 1981: “Kleine Galerie - Bildende Kunst„ als ständige Ausstellung.Nach 1989/90: Mittel zur Finanzierung nach der Schließung des BKW “Glückauf„ fehlen. Es findet keine komplexe Vermarktung statt, sondern teilweise Nutzung durch Vereine, Abrissüberlegungen.

Das Werksgasthaus, Mitte der 30er-Jahre fotografiert. Foto: pr.
Das Werksgasthaus, Mitte der 30er-Jahre fotografiert. Foto: pr. FOTO: pr.