Von Sascha Klein

Die Stadt Lauta will und muss den Brandschutz im Kulturhaus Laubusch erneuert. Die geplanten Kosten in Höhe von etwa 120 000 Euro schnellen allerdings in die Höhe. Wie Lautas Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke jetzt im Stadtrat sagte, betragen die Kosten aktuell 368 000 Euro – eine Steigerung von rund 250 000 Euro.

Auflagen sind schuld an Kostenexplosion

Wie Persicke betont, seien gestiegene Auflagen des Landratsamtes Bautzen schuld an der Kostenexplosion. Jetzt müsse zudem ein spezieller Brandschutzprüfer die Sanierung begleiten. Woher die Stadt Lauta die fehlenden Gelder nimmt, ist am Montag beschlossen worden. Zum einen kann die Stadtverwaltung auf nicht genutzte Fördermittel aus dem Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ zurückgreifen, die eigentlich zurückgegeben werden sollten. Die Höhe: etwa 135 000 Euro. Sie sollten für die Sanierung der früheren Mittelschule in Laubusch genutzt werden, hätten im Jahr 2019 aber nicht eingesetzt werden können. Jetzt wird das Geld im Kulturhaus verbaut – das sei rechtlich zulässig, so Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos). Die fehlenden knapp 115 000 Euro sollen aus dem „Simul plus“-Programm des Freistaats Sachsen fließen. Damit seien die Kosten gedeckt.

„Ich bin mit der Kostenentwicklung auch alles andere als glücklich“, sagte Bürgermeister Frank Lehmann im Stadtrat. Jedoch sei das trotzdem eine sinnvolle Investition – auch wenn noch nicht klar ist, wie und von wem das Kulturhaus Laubusch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten genutzt werden soll.

Stadtrat quasi zum Zustimmen gezwungen

Bauchschmerzen mit der Kostenentwicklung hatten auch einige Stadträte. Von einem „Deja-vu“ sprach der CDU-Abgeordnete Andreas Weber und erinnerte an die Kostenexplosion beim geplanten Schulbau in Laubusch. „Erst haben wir zugestimmt, dass die Kosten beim Kulturhaus von 100 000  auf 120 000 Euro hochgehen und plötzlich kostet es das Dreifache.“ Er sagte, der Stadtrat sei quasi gezwungen zuzustimmen. Allerdings, so Weber weiter, sei der Brandschutz wichtig. Ohne diese Sanierung könne Lauta gar keinen Partner für die Nutzung des Kulturhauses Laubusch finden. CDU-Fraktionschef Michael Rischer stellte gar die Frage, wie sicher ist, dass sich die Gesamtinvestition überhaupt lohnt. Er fragte, ob Feuchtigkeits- oder Fäulnisschäden bekannt sind. Das hat Bauamtsleiter Persicke klar verneint.

„Wir sichern mit der Maßnahme den Status Quo“, so Bürgermeister Lehmann. Unter anderem entsteht für das gesamte Haus eine Brandmeldeanlage. Zufrieden mit dem Ergebnis ist der Laubuscher Ortsvorsteher und Stadtrat Günter Schmidt (Bürgerbewegung): „Ich bin froh, dass wir erst einmal diese Maßnahme anfassen, um die Bürger, die das Kulturhaus nutzen, zu schützen.“