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Hoyerswerda
Weihnachtsstück greift Hilfe für Flüchtlinge auf

Für das Krippenspiel der Pfingstgemeinde Hoyerswerda sind die Proben jetzt im Endspurt. Jonathan und Emilie üben hier ihre gemeinsamen Szenen als Marian und Peter.
Für das Krippenspiel der Pfingstgemeinde Hoyerswerda sind die Proben jetzt im Endspurt. Jonathan und Emilie üben hier ihre gemeinsamen Szenen als Marian und Peter. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. In diesem Jahr geht es beim Krippenspiel der Hoyerswerdaer Pfingstgemeinde ziemlich modern zu. Das Thema: „Weihnachten ohne Geschenk?“

(dcz) Freude herrscht dieser Tag immer, wenn die 15 Kinder, Jugendlichen und älteren Gemeindeglieder des Charismatischen Zentrums Hoyerswerda in der Collinsstraße das Krippenspiel für den Weihnachtsgottesdienst einstudieren. Schon seit November proben sie das moderne Stück „Weihnachten ohne Geschenk?!“. Sybille Tschapek, die Frau des Pastors, hat das Weihnachtsstück ausgewählt und an die Gegebenheiten ihrer Mitspieler aus der Gemeinde angepasst. Sie ist auch Regisseurin und Erzählerin in dem Stück.

Die Kulissen gestalten die Hobbyschauspieler in Form von Vorhängen mit Motiven ebenfalls selbst. In dem weihnachtlichen Theaterstück zerschlägt zunächst Peter - die Rolle hat die 14-jährige Emilie übernommen - mit dem Ball ein Kirchenfenster und erhält zur Strafe von seinem Vater kein Weihnachtsgeschenk. Stattdessen findet der Junge Kontakt zu dem, mit seiner Mutter aus Rumänien zugezogenen Marian, dargestellt von dem achtjährigen Jonathan. Die beiden Kinder, die die Hauptrollen spielen, erleben ein kleines Abenteuer, werden Freunde und hören mit allen Mitspielern und Gemeindegliedern die uralte Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium, die Pastor Michael Tschapek vorliest.

Ob Peter als „kleiner Sünder“ am Ende doch ein Geschenk erhält, wird erst am 24. Dezember um 16 Uhr zum Festgottesdienst verraten.

Jedes Jahr zu Weihnachten suchen die Hobbyschauspieler von der Pfingstgemeinde einen neuen Ansatz für ihr Krippenspiel. In den vergangenen Jahren hatten sie schon einmal die Sicht des Esels und sogar des Weihnachtsmanns eingenommen, erzählt Sybille Tschapek. Dieses Jahr steht die Bedeutung von Weihnachtsgeschenken und das Aufnehmen von Menschen aus anderen Ländern im Mittelpunkt. Die Rumänin Lydia Vogt spielt deshalb im Stück die Mutti von Marian. Sie gehört seit Jahren zur Hoyerswerdaer Pfingstgemeinde, in der sie Freunde gefunden hat und arbeitet in Wittichenau.

Charismatische Zentren wie das in Hoyerswerda bestehen weltweit und haben engen Kontakt zueinander. In ihnen können sich die Christen verschiedener Länder immer wieder frei begegnen, erklärt Pastor Tschapek.

Dieses Miteinander erlebt auch die Jugend der Pfingstgemeinde und die Jungschauspielerin Emilie sagt: „Ausländer sind keine schlechteren Menschen, sie sind genau wie wir.“