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| 13:16 Uhr

Musik
Sächsischer Hofmusikant unterhält mit Laute und Puppen

Peter Weberbauer in seinem "Kreativraum", seinem Wohnzimmer. Mit seiner Laute und seiner Handpuppe namens Dreistein sorgt er für Unterhaltung auf diversen privaten Feiern.
Peter Weberbauer in seinem "Kreativraum", seinem Wohnzimmer. Mit seiner Laute und seiner Handpuppe namens Dreistein sorgt er für Unterhaltung auf diversen privaten Feiern. FOTO: Rainer Könen
Bernsdorf. Der Bernsdorfer Peter Weberbauer tourt seit mehr als 20 Jahren durch die Region. Was er am besten kann: Menschen unterhalten. Von Rainer Könen

Ist das, was Peter Weberbauer macht, eigentlich Kunst? Ja! Findet der Bernsdorfer, wenn er über sein Dasein als sächsischer Hofmusikant reflektiert. Natürlich ist es eine Kunstfertigkeit, angetan mit einem mittelalterlichen Wams und einer Laute in der Hand, Menschen mit deftigen und sinnenfrohen Balladen in die Zeit des sächsischen Kurfürsten August des Starken hineinzuziehen. Mit seinen Bänkelliedern bringt er seine Zuhörer mächtig in Stimmung. Oder sorgt für Unterhaltung mit seinen Handpuppen, die Kinder und oft auch Erwachsene herzhaft lachen lässen.
Seit mehr als 20 Jahren gibt der 58-jährige Bernsdorfer den Alleinunterhalter. Er tritt als Lauten spielender Hofmusikant oder als Puppenspieler zumeist bei privaten Feiern auf, ebenso in gastronomischen Einrichtungen wie dem Dresdner Sophienkeller, einer beliebten Anlaufstelle für Touristen aus der ganzen Welt.

Inspirationen für neues Liedgut oder ein weiteres Unterhaltungsprogramm sammelt er im heimischen Wintergarten oder „bei meinen Auftritten“, so Weberbauer. Im Zusammenspiel mit dem Publikum „bekomme ich oft tolle Einfälle“, so der gebürtige Wittichenauer. Die notiere er sich sofort; mit ein Grund, dass er immer einen Notizblock zur Hand hat. Daheim gehe er daran, die „vielen verschiedenen Puzzleteile“ zusammenzusetzen.

Weberbauers Biografie ist die Geschichte eines Lausitzers, in dessen Leben das künstlerische Element erst nach der Wende zu wachsen begann. Das war, als der gelernte Mess- und Regeltechniker eine Weile im Schwabenland Fernseher reparierte, in die Lausitz zurückkehrte, um als Radiomoderator zu arbeiten und zu erkennen, „dass das auch nicht meine Welt ist“. Bei einer Veranstaltung im Berliner Raum, wo er einmal für den Radiosender eine Puppenspiel-Aufführung moderierte, sei ihm klar geworden, wozu er am besten geeignet sei: Menschen zu unterhalten. Mit Liedern, als Puppenspieler. Er, der sich als „ausgewiesenen Autodidakt“ bezeichnet, lernte, wie man Handpuppen so bewegen muss, damit sie lebendig wirken. Musikalisch war er ja bereits fit. Gitarrespielen konnte er schon. Beim Dresdner Kleinkunstfestival wurde man dann auf ihn aufmerksam; allerdings nicht als Puppenspieler, sondern als sächsischem Hofmusikanten. Er wurde für das Unterhaltungsprogramm im Dresdner Sophienkeller engagiert.

Der Bernsdorfer ist mittlerweile weit über die Grenzen von Sachsen bekannt. Geschätzt wird er, weil er mit seinen Liedern eine barocke heile Welt verkauft. Für den Vater von zwei erwachsenen Söhnen zählt in diesem Metier vor allem Disziplin. „Sonst ist man in der Branche schnell wieder verschwunden“, so Weberbauer, der in der Vorwendezeit etliche Jahre in Diskotheken Platten auflegte. Sein Leben als Alleinunterhalter, das ihn mitunter auch in anderen Regionen der Republik führt, macht ihm Spaß.
Seine Zielgruppe? Da muss Peter Weberbauer verschmitzt lachen. Eigentlich seien das „alle Menschen“.