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Lesung
Kamenz setzt Lessing-Akzente

Judith Schalansky liest aus ihrem Roman „Der Hals der Giraffe“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe Lessing-Akzente 2018 in Kamenz.
Judith Schalansky liest aus ihrem Roman „Der Hals der Giraffe“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe Lessing-Akzente 2018 in Kamenz. FOTO: Susanne Schleyer
Kamenz. Eine Lesung mit Judith Schalansky steht am Beginn der Veranstaltungsreihe.

Eine Lesung mit Judith Schalansky, die Theateraufführung von Kleists „Die Marquise von O ...“, „Lessing im Gedicht“ sowie ein Vortrag über den Künstler Georg Baselitz – das sind nach Einschätzung von Matthias Hanke vom Kamenzer Lessingmuseum die Höhepunkte der Lessing-Akzente 2018.

Den Beginn macht am Sonntag, 21. Januar, im Röhrmeisterhaus die Schriftstellerin, Illustratorin und Herausgeberin Judith Schalansky . 2013 erhielt sie in Kamenz den Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen. Am Sonntag wird sie aus ihrem erfolgreichen Roman „Der Hals der Giraffe“ lesen. Zudem stellt sie die Reihe „Naturkunden“ vor, die sie seit 2013 herausgibt.

Im Mittelpunkt des Romans „Der Hals der Giraffe“ steht die Lehrerin Inge Lohmark. Sie unterrichtet seit mehr als 30 Jahren Biologie in einer Stadt im hinteren Vorpommern. In vier Jahren soll ihre Schule geschlossen werden, – die Stadt schrumpft, es fehlt an Kindern. Aber noch vertreibt die Lehrerin vom alten Schlag mit ihrem Starrsinn alles Störende. Als sie Gefühle für eine Schülerin entwickelt und ihr Weltbild ins Wanken gerät, versucht sie in immer absonderlicheren Einfällen zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

In der Reihe „Naturkunden“ erscheinen Bücher, die von Tieren und Pflanzen, von Pilzen und Menschen, von Landschaften, Steinen und Himmelskörpern, von belebter und unbelebter, fremder und vertrauter Natur erzählen.

Einen weiteren Akzent wird Dr. Helmut Berthold aus Wolfenbüttel mit seinem Vortrag „Lessing im Gedicht“ setzen (28. Januar, 19 Uhr im Röhrmeisterhaus). Er spricht darüber, dass mehrere Dichterkollegen verschiedener Generationen Lessing  selbst zum Gegenstand der Poesie machten.

Dr. Konstanze Rudert von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hält anlässlich des 80. Geburtstages des Künstlers Georg Baselitz einen Vortrag zum Thema „Das Nonkonforme als Quelle der Phantasie im Werk von Georg Baselitz“ (1. Februar, 19 Uhr, Sakralmuseum).

Das Turmalintheater Kunreuth gastiert am 9. Februar, 19 Uhr, im Stadttheater Kamenz. Auf dem Programm steht „Die Marquise von O….“ von Heinrich von Kleist. Ausgangspunkt der für die Bühne bearbeiteten Novelle ist die skandalöse Begebenheit einer unwissentlich zustande gekommenen Schwangerschaft. Die komische Geschichte beginnt mit einer sehr ungewöhnlichen Zeitungsannonce, in der „eine Dame von vortrefflichem Ruf bekannt machen [ließ], daß sie, ohne ihr Wissen, in andre Umstände gekommen sei, daß der Vater sich melden solle; und daß sie entschlossen wäre, ihn zu heiraten.“

Textilkunst von Danjana Brandes wird in der neuen Sonderausstellung der Stadtgeschichte im Malzhaus vorgestellt. Beim Weben bringt die Künstlerin Farbe ins Spiel. Die Vernissage dazu findet am 14. Februar, 19 Uhr, statt. Es gibt auch wieder eine Ferienwerkstatt für Schüler von 8 bis 13 Jahren: Unter der Anleitung von Christiane Latendorf aus Dresden können sie sich an der Herstellung von Scherenschnitten zu Fabeltieren versuchen: 22. Februar, zwischen 9 und 15 Uhr.

Einen Tag später, 23. Februar, spricht Dr. Hartmut Ritschel vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen in der Reihe „Lessings Lebenswelten“ im Malzhauskeller über „Barockskulpturen sächsischer Landsitze“. Beginn ist 19 Uhr.

Den Schlusspunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe setzt am 24. Februar das musikalische Kammerspiel „Das Schokoladenmädchen“. Neben Gesang (Anne Schierack) und Gitarre (Frank Petersen) können die Gäste auch Kulinarisches genießen. Als Lese-Café findet diese Veranstaltung ab 15 Uhr im Malzhauskeller statt.

(red/dh)