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Hoffest
Kulturbunddomizil im Denkmal

Elvira Lätsch und Jana Nitschmann am Waschkessel.
Elvira Lätsch und Jana Nitschmann am Waschkessel. FOTO: Katrin demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Der Kulturbund Hoyerswerda nutzt das Haus Lange Straße 1, in dem am Wochenende das Hoffest stattgefunden hat, seit 25 Jahren. Er begann im Jahr 1982, es aktiv zu erhalten. Katrin Demczenko / dcz1

Damals war das Gebäude mehr als 200 Jahre alt und wie die anderen zweistöckigen Häuser des historischen Straßenzuges am Verfallen.

Viele freiwillige Arbeitseinsätze erfolgten, erzählt Vorstandsmitglied Peter Biernath. 1992 unterzeichnet der Verein als Dank für seinen ehrenamtlichen Einsatz zugunsten des in städtischer Hand befindlichen Hauses einen Mietvertrag und hat seitdem in der Langen Straße 1 seine Heimstatt. 1993 beschloss die Stadt die grundhafte Sanierung des Gebäudes nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten. Aus der "grauen Maus" entstand unter Mithilfe des Kulturbundes eine attraktive heimatkundliche Arbeits- und Begegnungsstätte. Die Vereinsmitglieder halten sie offen. Seit 2005 besteht der Klöppeltreff im Obergeschoss.

Der Kulturbund hatte zum Hoffest den Hoyerswerdaer Maler Hans Lohan mit seinen Bildern zu Gast, die teilweise Stadtansichten zeigen. Vereinsmitglied Elvira Lätsch veranstaltete mehrere Hausführungen, wobei sie den Blick der Besucher auf viele historische Elemente lenkte.

Ein besonderer Gast war die Fachbereichsleiterin des Bürgeramtes Hoyerswerda, Jana Nitschmann. Sie entdeckte schnell das besondere Flair des Kulturdenkmals. Nitschmann bewunderte Faschen gerahmte, Sprossen geteilte Fenster, den mit Ziegeln gepflasterten Hausdurchgang mit gemauertem Waschkessel und den alten Küchenherd mit Herdplatten, Behälter zum Wassererwärmen sowie einer Backröhre. "So einen Ofen benutze ich zu Hause manchmal", erzählte die in der Altstadt wohnende Frau. Doch über diese Entdeckung hinaus führte ihr Gespräch mit Kulturbundvorstandsmitglied Peter Biernath zur Erkenntnis, dass das Haus und seine Möglichkeiten mehr Wahrnehmung brauchen. Der ehemalige Stadtarchitekt Biernath präsentierte den Hoffestbesuchern neue Bildtafeln zu historischen Besonderheiten des Hauses. Er sprach über einen vom Verein geplanten Katalog mit allen Kunstwerken, die für die Neustadt entstanden. Dessen Erstauflage von 2003 sei vergriffen und soll aktualisiert neu erscheinen. Ein Förderantrag für das Projekt wurde bei der Lausitzer Seenlandstiftung gestellt.