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| 17:46 Uhr

Interview
Kerstin Borchardt und Michael Kruscha setzen Kunstraum-Ausstellungen fort

Mit ihren Arbeiten will die Künstlerin Kerstin Borchardt die Fantasie der Betrachter anregen. Ihre Ausstellung in der Kufa ist vom 20. Januar bis zum 1. März zu sehen.
Mit ihren Arbeiten will die Künstlerin Kerstin Borchardt die Fantasie der Betrachter anregen. Ihre Ausstellung in der Kufa ist vom 20. Januar bis zum 1. März zu sehen. FOTO: Dirk Lienig
Görlitz. Die Arbeit für Kufa Hoyerswerda sind für Michael Kruscha wie ein Wiederankommen bei seinen Wurzeln. Von Katrin Demczenko

„Unendlich flüchtig“ – unter diesem Titel findet vom 20. Januar bis zum 1. März im Bürgerzentrum Braugasse 1 die 6. Kunstraum-Ausstellung der Kulturfabrik Hoy­erswerda statt. Gezeigt werden Gemälde, Collagen und Druckgrafiken der Mecklenburger Künstlerin Kerstin Borchardt aus Gotthun. Diese erschafft sie mit Tuschen, Acrylfarben, zarten Wachskreiden auf verschiedenen Papieren. Zur Vernissage am 19. Januar um 19 Uhr ist Kerstin Borchardt anwesend. Die Laudatio hält Michael Kruscha. Er organisiert die Kunstraum-Reihe seit deren Bestehen. Die RUNDSCHAU sprach mit ihm über seine Arbeit und Hoy­erswerda.

Welchen Bezug haben Sie zu Hoy­erswerda und zur Kufa?

Michael Kruscha: Irgendwann kommt man zu seinen Wurzeln stärker zurück. Familie und Freunde besuchen, das integriere ich bei meinen Aktivitäten für die Kunstraum-Reihe. Der Auftrag für die Gestaltung des Wandbildes im Stadium des Rohbaus (im Auszeit-Café d. Red.) und die neuen späteren Möglichkeiten der Nutzung des zweifellos attraktiven Neubaus durch die Kufa interessierten mich. Langjährige Kontakte wurden dadurch wieder intensiver. Als junger Mann ging es ums Wegkommen, heute eher ums Ankommen.

Welche Schwerpunkte setzen Sie bei der Auswahl der Künstler für die Kunstraum-Ausstellungen?

Kruscha: Der Fokus liegt hierbei auf Gegenwartskunst, professionell arbeitenden Künstler mit eigener Handschrift und thematischen Ausstellungsinhalten. Das Gebäude bietet spannende Möglichkeiten, es zu bespielen, darauf müssen sich die Künstler einlassen.

Spielt der Blick auf die Lausitz eine Rolle?

Kruscha: Nicht unbedingt, aber wie schon bei der ersten inszenierten Ausstellung, die die landschaftliche (Ver)-Wandlung der Lausitz durch den jahrelangen Eingriff der Kohleindustrie thematisierte, wären andere Positionen, die sich mit der Region und auch deren aktuellen Problemen auseinandersetzen, wünschenswert. Die Voraussetzungen dafür haben wir geschaffen.

Ist es schwer, Künstler für die Kufa zu begeistern?

Kruscha: Die Kunstraum-Ausstellungen sind eine eigenständige tragende Veranstaltungssäule geworden, ein zusätzlicher Impuls für das Haus, der auch überregional wahrgenommen wird. Die Ausstellungsreihe, die eigenständige Website http://kunstraum-braugasse.de, wecken Interesse und bieten Künstlern Informationen. Dass sie aus Berlin, Cottbus oder nun Mecklenburg kommen, schadet dem Ort sicher nicht, es macht ihn auch über diese Schiene attraktiver.

Wie wird sich Ihre Zusammenarbeit mit der KuFa weiter gestalten, auch über das Kunstraum-Projekt hinaus?

Kruscha: Solange es eine Herausforderung bleibt und man qualitativ gute Ausstellungen kreieren kann. Es ist ein Agreement zwischen Uwe Proksch und mir, wir kennen uns lange. Ich hoffe, unsere Reise dauert noch eine Weile.

Mit Michael Kruscha sprach
Katrin Demczenko