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| 16:58 Uhr

Kunstmarkt Hoyerswerda
Kunst verbindet Alt- und Neustadt

Der 14. Kunstmarkt in Hoyerswerda fand an drei Orten statt: Lausitzhalle, Kulturfabrik und Schloss. Hier der Blick in die Lausitzhalle.
Der 14. Kunstmarkt in Hoyerswerda fand an drei Orten statt: Lausitzhalle, Kulturfabrik und Schloss. Hier der Blick in die Lausitzhalle. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Der 14. Kunstmarkt der Kulturfabrik hat am Wochenende in Hoyerswerda 90 Künstler aus der Region mit zahlreichen Besuchern aus der gesamten Lausitz vereint. Von Katrin Demczenko

90 Künstler aus Dresden, Hoyerswerda, Cottbus, ja sogar aus Nürnberg und München zeigten an drei Orten der Stadt ihre Kunst: in der Lausitzhalle, in der Kulturfabrik und erstmals auch im Schloss. Sie hatten den vielen Besuchern des 14. Kunstmarktes Zeichnungen, Holzschnitte aber auch Keramikarbeiten sowie Skulpturen zu verschiedenen Themen mitgebracht. Die wurden nicht nur ausgiebig bestaunt, sondern vielmals auch erworben.

Erster Zwischenstopp im Schloss: Hier gibt es bereits seit Oktober die Sonderausstellung „Im Moor“ der Künstlerinnen Ines Margret Lenke, Gabriele Seitz, Dorothee Kuhbandner und Rita Geißler.

Inspirationen für ihre ausdrucksstarken Fotos, Grafiken und die Objektkunst hatten sie im Dubringer Moor, dem Anklamer Stadtbruch und dem Saugartenmoor in der Dresdener Heide gefunden. Die Frauen finden das Einbinden ihrer Ausstellung in den Kunstmarkt wunderbar. Schließlich lockte die Veranstaltung mehr Besucher denn je in das zweite Obergeschoss des Schlosses. Die Werke, die die Stille und Vielfalt der Natur zeigen, sind noch bis Januar zu sehen, sagt die Tätzschwitzerin Ines Margret Lenke.

Zweiter Stopp Kulturfabrik: Im Kunstraum des Bürgerzentrums Braugasse 1 zeigten Wiebke Hermann und andere Dresdner Kunststudenten sowie Absolventen ihre Arbeiten.

Es folgt ein Stopp in der Lausitzhalle: Im Forumsaal stellten die meisten Künstler aus, unter anderem erstmals die Berliner Malerin Elke Pollack. Von ihr waren zwei Zeichnungen mit musizierenden Geigerinnen zu sehen und das hatte seinen Grund. Auf der Veranstaltung verriet Gertrud Pollack, die Mutter der Künstlerin und selbst ehemalige Geigenlehrerin, dass ihre Tochter in Hoyerswerda das Instrument erlernt hat und danach Musik sowie Malerei studierte. Katrin Kieschnick vom Kufa-Organisationsteam fand Elke Pollacks Stadtansichten toll. „Die Mal- und Zeichentechniken sind sehr ansprechend und ein wenig Hundertwasser.“

Der frühere Kunstpädgoge Karl-Heinz Hochstädt aus Spohla zeigte neben anderen Werken ein expressives Gemälde der herrlichen Natur auf Taormina in Sizilien. Er platzierte aber im Vordergrund eine ängstliche junge Frau, die die Schönheit und das Leben durch das verhängnisvolle Handeln der Menschheit bedroht sieht. „2017 war in Taormina gerade eine Umweltkonferenz ergebnislos zu Ende gegangen“, erzählte Karl-Heinz Hochstädt von dem Beweggrund für sein Bild. Da er schon öfter beim Kunstmarkt ausgestellt hat, lobte er die gelungene Präsentation der Arbeiten und die Qualität der Veranstaltung, die stetig besser wird.

Dafür zuständig sind seit der ersten Veranstaltung 1996 das Kufa-Vorbereitungsteam um Geschäftsführer Uwe Proksch und verschiedene Kuratoren. In diesem Jahr dabei sind Egbert Kasper aus Kamenz und Uwe Handrick aus Berlin, die auch selbst ausstellten. Vier Tage lang wurden alle auf Leinwand und Papier für das Wochenende eingereichten Arbeiten gerahmt und danach mit den anderen Objekte in den Räumen inhaltlich ansprechend angeordnet, erzählt Uwe Handrick.

Gäste waren aus Hoyerswerda und von Weißwasser bis Schwepnitz und Senftenberg gekommen. Die Autorin Yana Arlt aus der Stadt in Südbrandenburg holte sich im Schloss Anregungen fürs Schreiben, indem sie Rita Geißlers im Saugartenmoor entstandene Werke anschaute. Dietmar Münzer und seine Familie aus Bautzen betrachteten in der Lausitzhalle Arbeiten von Monika Schumann aus Bergen bei Hoyerswerda, die sie schätzen. Die Hinterglasmalerei der Dresdner Künstlerin Libuscha war Dietmar Münzer neu und so hörte er der Hoyerswerdaer Malerin Kersten Flohe aufmerksam zu. Diese erklärte, dass die Künstlergruppen „Brücke“ und „Blauer Reiter“ Anfang des 20. Jahrhunderts diese aus der Volkskunst kommende Technik benutzt haben. Sie selbst hat sie in den 1970er Jahren von dem Maler Dieter Zimmermann in Seidewinkel erlernt. Die Mitarbeiterin der Volkshochschule Hoyerswerda Karla Kümmig fand die erstmals drei Standorte des Kunstmarktes gut. „Dadurch besuchen die Gäste Alt- und Neustadt gleichermaßen.“

Faible für Details: Karl-Heinz Hochstädt betrachtet die kunstvollen Skulpturen in der Lausitzhalle.
Faible für Details: Karl-Heinz Hochstädt betrachtet die kunstvollen Skulpturen in der Lausitzhalle. FOTO: Katrin Demczenko
Yana Arlt hat sich im Hoyerswerdaer Schloss in die Bilder der Künstlerin Rita Geißler vertieft.
Yana Arlt hat sich im Hoyerswerdaer Schloss in die Bilder der Künstlerin Rita Geißler vertieft. FOTO: Katrin Demczenko